Tagebuch einer Buchhändlerin #1

Seit August 2014 darf ich den Traum eines Booknerds leben und in einer Buchhandlung arbeiten. Das heißt, ich verdiene mein Geld damit, ständig über Bücher zu reden, sie mit viel Liebe zu präsentieren und ihnen ein neues Zuhause zu geben. Wer aber glaubt, dass mein Job nur aus Lesen, Gratisbüchern und und „All-time-fun“ besteht, der sollte sich meinen Booktalk-Beitrag über Buchhandlungen ansehen und die Wahrheit erfahren. Denn wie jeder Job hat auch dieser nicht nur gute Seiten. Da ich gemerkt habe, dass sowohl das Thema Buchhandlung als auch der Beruf BuchhändlerIn immer wieder für tolle Fragen und Gespräche sorgt, dachte ich, dass ich euch mit einem Tagebuch ein paar Einblicke in meinen Alltag gebe. Ich werde also versuchen, (mehr oder weniger) regelmäßig einen Beitrag unter dieser Kategorie zu veröffentlichen und vielleicht hat ja der ein oder andere Interesse daran, es zu lesen. Ihr findet die Beiträge zukünftig unter der Kategorie „Gedanken„. Viel Spaß!

TRAUMJOB ODER DOCH NUR ÜBERGANGSWEISE?

Es war immer mein Traum, mit Büchern zu arbeiten. Wenn man mal von meiner kurzen „Ich will berühmte Anwältin in New York werden“ Phase und dem Totalausfall von „Ich werde Archäologin in Ägypten, obwohl ich Platzangst und Sonnenallergie habe“ absieht, dann sah ich mich immer umgeben von einem riesigen Stapeln Büchern. Ich wollte sie schreiben, sie drucken und binden, sie lektorieren, sie bewerben oder einfach nur über sie sprechen. Als ich dann mit dem Studium in Medien- und Kommunikationswissenschaften begann, war das Ziel eigentlich, irgendwann ein Volontariat in einem Verlag zu ergattern und so einen Fuß in die Tür zu bekommen. Dass es sich als fast unmöglich erweisen würde, an einen Platz im Verlag zu kommen, sah ich damals noch nicht. Erst im Masterstudium gab ich mich geschlagen und bewarb mich auf eine Stelle in der örtlichen Buchhandlung, wo ich nur vier Mal abgelehnt wurde, bis meine Hartnäckigkeit dann doch noch mit einem Job bewohnt wurde. Als Teilzeit-Buchhändlerin wollte ich meine Erfahrungen eben im „Learning by Doing“ sammeln, um dann vielleicht später mal eine Chance im Verlagswesen zu bekommen. Ich hätte nie damit gerechnet, dass mir die Arbeit dort so viel Spaß machen und ich nach dem Uniabschluss tatsächlich bleiben würde. Aber hier bin ich: Master of Arts mit den Schwerpunkten Creative Writing und Visuelle Kultur und fühle mich pudelwohl zwischen den Regalen.
Ob das so bleibt, weiß ich nicht. Ich denke immer wieder über berufliche Veränderungen nach und ob es klug ist, mit einem Masterabschluss im Buchhandel zu arbeiten. Nicht nur, weil ich weit mehr verdienen könnte, sondern auch, weil ich vieles nicht anwenden kann, was ich mir während des Studiums hart erlernt habe. Hinzu kommen unregelmäßige Arbeitszeiten, schwierige Kunden und wenig Reisemöglichkeiten. Andererseits macht mir die Arbeit (die meiste Zeit) wirklich viel Spaß und ich liebe meine Kolleginnen. Und schließlich war es mein Ziel, nach dem Abschluss mit Büchern zu arbeiten, was ich ja auch geschafft habe. Ihr seht also, ich bin noch sehr zwiegespalten, was meine berufliche Zukunft angeht.
Geht es euch auch so? Lasst es mich gerne wissen!

Eure Lexi!

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