Rezension: Golden Throne [Julie Johnson]

Golden Throne ist der zweite Band der Forbidden Royals Reihe von Julie Johnson und nach dem wirklich fiesen Cliffhanger von Band 1 auch eine lang erwartete Fortsetzung von mir. Wie mir das Buch gefallen hat, könnt ihr in dieser Rezension nachlesen. Aber Vorsicht! Es handelt sich um eine Fortsetzung, die im direkten Zusammenhang mit dem ersten Band steht. Es könnten somit SPOILER auftreten, deshalb rate ich euch, die Rezension erst zu lesen, wenn ihr Band 1 beendet habt.

INHALT

Noch vor zwei Monaten war Emilia Lancaster eine ganz normale junge Frau mit ganz normalen Problemen. Nun ist sie die Kronprinzessin von Caerleon und muss sich Herausforderungen stellen, auf die sie kaum vorbereitet wurde. Neben ihren neuen Verpflichtungen und der öffentlichen Aufmerksamkeit machen ihr vor allem die Intrigen und Machtspielchen im Königshaus zu schaffen. Eine Situation, die nicht einfacher wird, als plötzlich eine ganze Handvoll Verehrer darum kämpft, ihr Interesse zu gewinnen. Und außerdem ist da ja noch Carter Thorne, ihr Stiefbruder, der einzige Mann, für den sie nichts empfinden darf – und dessen Anwesenheit im Palast sie trotzdem überall spüren kann … [Quelle: Lyx Verlag]

„Es gefällt dir nicht, dass die Leute Teile von dir wegreißen und sie durch Eigenschaften ersetzen, die sie gerne an dir sehen würden? Dann hol dir diese Teile zurück. Erschaffe dich neu. Und wenn du das tust, sorg dafür, dass du starke, unzerstörbare Materialien benutzt. Eisen und Blut und Stein. Benutze etwas, das so hart ist, dass sie dich nie wieder in Stücke reißen können.“

S. 167

MEINE MEINUNG

Der Einstieg in das Buch hat mir wieder richtig gut gefallen. Die Handlung schließt sich fast nahtlos an die Ereignisse nach dem ersten Band an und man wird sofort wieder ins Geschehen hineingezogen. Nach der katastrophalen Krönung leidet Emilia unter schrecklichen Alpträumen, aus denen sie schreiend und orientierungslos erwacht. Sie kann immer noch nicht fassen, was da passiert ist und hat nicht nur Angst um ihren Vater, sondern auch um sich selbst. Denn irgendjemand scheint es hartnäckig darauf anzulegen, die Lancaster Blutlinie auszulöschen und die Monarchie zu beenden. Ich konnte Emilias Gefühle wirklich gut nachvollziehen und fand ihre Reaktionen sehr authentisch. So ein traumatisches Erlebnis steckt man nicht einfach weg und lebt dann fröhlich weiter. Obwohl sie versucht, Stärke zu zeigen, wird sie Nacht für Nacht daran erinnert, wie hilflos sie in dieser Situation war. Hinzu kommen die verbotenen Gefühle für Carter, die ihr das Leben ebenfalls schwer machen.

Emilia hat sich in dieser Fortsetzung sehr gut entwickelt. Ihre bodenständige und authentische Art macht sie beim Volk sehr beliebt, was auch dazu führt, dass Emilia endlich den Sinn ihrer Rolle als Prinzessin erkennt. Sie begreift, dass es nicht um die Machtspiele und Intrigen, sondern um das Volk geht und wird mit jedem öffentlichen Auftritt mehr und mehr zu einer wahren Kronprinzessin. Es ist eine neue und moderne Art der Cinderella-Story, in der es nicht darum geht, dass die Prinzessin den Prinzen heiratet, sondern darum, dass sie ihr Schicksal annimmt und mit ihren Aufgaben wächst. Natürlich darf aber auch die Liebe nicht fehlen. Die Spannungen zwischen Carter und Emilia sind sogar noch heftiger geworden, weshalb ich es sehr schade fand, dass Carter so wenig vorkam im Buch. Ich glaube, er hatte insgesamt vier zentrale Auftritte, in denen es heftig zwischen ihm und Emilia prickelt, während er die restliche Zeit nur in ihren Gedanken präsent war. Ich hätte mir wirklich mehr Präsenzzeit für ihn gewünscht. Auch Chloe, Carters Schwester, kam mir zu wenig vor. Ihre lustige Art sorgt immer wieder für tolle Dialoge, was dem Buch nicht geschadet hätte, da es in der Mitte einige Längen gab, die man damit hätte auflockern können.
Der Spannungsbogen ist sehr hoch, weshalb ich das Buch auch wieder in einem Tag durch hatte. Trotzdem hat mir hier das besondere Etwas gefehlt, das den ersten Band für mich zum Highlight gemacht hat. Vielleicht lag es daran, dass Carter (für mich) zu wenig vorkam oder daran, dass Emilia sehr lange braucht, bis sie sich endlich in eine aktiv handelnde Person verwandelt. Vielleicht lag es auch daran, dass mir die Machtspiele zu viel wurden oder ich grundsätzlich ein Problem mit Julie Johnsons Fortsetzungen habe (Faded 2 mochte ich ja auch nicht besonders). Was es schlussendlich auch war, ich muss zugeben, dass ich mir mehr erhofft hatte.

FAZIT

Golden Throne liest sich spannend und aufgrund von Julie Johnsons tollem Schreibstil wirklich schnell. Trotzdem hat mir im Vergleich zum ersten Band einiges gefehlt. Die romantische Beziehung zwischen Emilia und Carter ist leidenschaftlich und intensiv, was leider nur bei den intimen Szenen gezeigt wird. Obwohl ich das Prickeln zwischen ihnen liebe, kam ihre emotionale Verbindung dieses Mal nicht wirklich bei mir an. Das lag u.a. daran, dass Carter kaum Präsenzzeit im Buch hatte. Er kommt nur in wenigen zentralen Szenen vor und hat dadurch kaum Chancen, seine emotionale Seite zu zeigen. Stattdessen wird er wieder als der kalte, arrogante und unsympathische Kerl präsentiert, den man vom Anfang des ersten Buches kennt. Ich fand das wirklich schade, weil Carter für mich ein Charakter mit viel Potenzial und Emotionalität ist. Ich hoffe, dass er im dritten Band noch die Chance bekommt, sein wahres Ich zu zeigen. Thematisch zieht sich ein roter Faden durch die Handlung. Trotzdem gab es in der Mitte einige Längen, die nicht nötig gewesen wären. Das ist meiner Meinung nach aber ein Grundproblem von New Adult Geschichten, die sich über mehrere Bände ziehen und reine Geschmackssache.
Ich hatte mir leider mehr von dieser Fortsetzung erhofft und bin dementsprechend etwas enttäuscht. Da das Buch aber dennoch gut zu lesen ist, Schreibstil und Spannungsbogen mich überzeugen und Emilia eine glaubhafte Entwicklung durchgemacht hat, stufe ich Golden Throne in die Kategorie „Zum Entspannen“ ein.

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