Rezension: Izara – verbrannte Erde [Julia Dippel]

Wer meine Beiträge in letzter Zeit verfolgt hat weiß, dass mich die Izara Reihe in diesem Jahr wirklich überrascht und begeistert hat. Als ich mit Band 1 anfing, hätte ich niemals erwartet, dass mir der Abschied von Ari, Lucian, Bel, Ryan, Lizzy und Co. einmal so schwer fallen würde. Aber das tut es. Es fällt mir wahnsinnig schwer, denn ich weiß nicht, wie ich alle Eindrücke und Emotionen zu diesem Finale in Worte fassen soll. Aber ich werde es versuchen …
ACHTUNG: Diese Rezension enthält SPOILER zur gesamten Izara Reihe. Das lässt sich leider bei einem vierten Band nicht ganz vermeiden.

INHALT

Die Hexenkönigin wurde wiedererweckt und hat der Liga den Krieg erklärt. Einzig Lucian, der nun über das ewige Feuer verfügt, könnte Mara noch Einhalt gebieten. Doch seit Ari in seinen Armen gestorben ist, hat der Brachion nur ein Ziel vor Augen: Rache an Tristan und seinem Vater. Auf seiner Jagd steckt er die Welt der Primus und Menschen in Brand und ist auf dem besten Weg, zu dem rücksichtslosen Tyrannen zu werden, von dem die Izara-Legende berichtet. Und Ari … Ari muss all dem hilflos zusehen. Körperlos schwebt sie über dem Geschehen, da ihre menschliche Hälfte zwar gestorben ist, doch die unsterbliche Essenz in ihr überlebt hat. Niemand nimmt sie wahr – niemand, außer dem Mann, der sie getötet hat. [Quelle: Thienemann-Esslinger Verlag]

„Selbst wenn die Sterne verlöschen und die Ewigkeit aufhört zu existieren, werde ich immer nur einen Gedanken entfernt sein.“

S. 467

MEINE MEINUNG

Nach dem gewaltigen Ende von Band 3 musste ich erst einmal schlucken und die Reihe für eine Weile pausieren. Obwohl ich unbedingt wissen wollte – wissen MUSSTE – wie nach diesem Ende noch ein Happy End entstehen sollte, brauchte ich erst einmal etwas Abstand. Nicht nur, weil ich mich so sehr in diese Charaktere verliebt habe und sie nicht gehen lassen wollte, sondern auch weil ich nicht bereit für die Achterbahnfahrt an Gefühlen war, die zweifelsohne auf mich zukommen würde. Und oh mein Gott, ich hatte so recht! Verbrannte Erde ist ein episches Finale voller Spannung und Emotionalität. Die Tiefe der Charaktere hatte ich ja bereits mehrfach in meinen Rezensionen der anderen Bände erwähnt, doch wie sehr insbesondere Ari und Lucian sich entwickelt haben, muss einfach noch einmal explizit angesprochen werden. Wir erinnern uns an die sarkastische, etwas tollpatschige Ari aus Band 1? Die junge Frau, die den selbstverliebten, rachedürstenden Lucian zur Seite gestellt bekam? Was aus diesen beiden Figuren im Laufe der Zeit wurde, ist kaum in Worte zu fassen. Gut, Lucian ist immer noch selbstverliebt und Rache wahrscheinlich sein Wort-des-Jahres, aber seine Motivation hat sich vollkommen verändert. Er kämpft nicht mehr nur für sich, sondern für Ari, für seine Freunde und für seine Familie. Wehe dem, der ihm dabei ihm Weg steht! Ari wurde vom unsicheren Mädchen zur knallharten Kämpferin, die sich ihrer Gefühle für Lucian nun vollkommen sicher ist. Sie steht zu ihren Überzeugungen und lässt sich von niemanden davon abbringen, dafür zu kämpfen. Aber nicht nur Ari und Lucian haben mich sehr beeindruckt. Auch Lizzy, die mal eben zur knallharten Phalanx Kriegerin wird, war richtig toll! Tristan ist und bleibt für mich aber der interessanteste Charakter im Buch. Ich wusste sehr lange nicht, wie ich ihn einschätzen sollte, war mir aber von Anfang an sicher, dass mehr hinter seinem Verhalten steckt. Der Grund für seine „Unsterblichkeit“ war wirklich faszinierend und passte einfach perfekt zu seiner Figur. Ich hoffe sehr, dass wir in Bels Geschichte noch mehr von Tristan sehen werden und dass das Ende von Verbrannte Erde nicht SEIN Ende war.

Der Spannungsbogen im Buch war sehr hoch! Mein armes Herz bekam nie die Chance, sich mal für ein paar Seiten zu beruhigen, denn gerade am Anfang der Geschichte fliegt man quasi durch die Kapitel. Mir waren die vielen Schauplatzwechsel und Erkenntnisse teilweise etwas zu viel und ich hätte mir hier und da etwas Zeit zum Luftholen gewünscht. Auch hat mich die Entwicklung mancher Charaktere stutzig gemacht, wie beispielsweise die Wandlung von Aris Mutter und Brandon. Bei beiden hätte ich DAMIT nicht gerechnet und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob mir das gefällt.
Natürlich spielt auch die Liebesgeschichte wieder eine sehr große Rolle im Buch. Nach dem gemeinen Ende von Band 3 gönnt man Ari und Lucian jede Minute Zweisamkeit und ich habe es wirklich genossen, die beiden glücklich zu sehen. Etwas zwiespältig bin ich aber bei den vielen Beziehungen, die plötzlich wie Unkraut aus dem Boden gesprossen sind. Ich gönne natürlich jedem sein Glück, aber die Geschichte hätte auch gut mit weniger Paaren funktioniert.

FAZIT

Izara: Verbrannte Erde ist ein würdiger Abschluss für eine perfekte Romantasy Reihe. Julia Dippel gehört nicht umsonst zu meinen liebsten deutschen Autorinnen, denn kaum jemand kann so authentische und liebenswürdige Charaktere kreieren. Der Spannungsbogen im Buch war hoch und auch, wenn ich mir zwischendurch etwas Zeit zum Luftholen gewünscht hätte, kann ich das verzeihen. Ich musste lachen, weinen, jubeln und erlitt mehrere kleine Herzinfarkte, aber am Ende konnte ich das Buch zufrieden schließen, denn es ist ein wunderschönes, emotionales, nervenaufreibendes Finale, das jedem Charakter im Buch würdig ist.

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