L.J. Shen und ich hatten einen recht schwierigen Start. Wir mussten uns langsam annähern und uns Zeit beim Kennenlernen lassen. Aber nachdem die erste Hürde gemeistert war und wir uns vorsichtig beschnuppern konnten, haben wir gemerkt, dass wir füreinander bestimmt waren. Denn ganz ehrlich: Ich LIEBE ihren Schreibstil und ihre zerbrochenen Charaktere! Niemand außer ihr kann so kaputten Figuren so viel Menschlichkeit einhauchen, dass man sie trotzdem lieben muss. In der Sinners of Saint Reihe habe ich mich in die (meisten) HotHoles verliebt, weshalb es auch nur logisch ist, dass ich ihre Kinder genauso schätze. Hier könnt ihr meine Meinung zu Knight und Luna nachlesen. Spoiler vorweg: Das Buch ist für mich ein JAHRESHIGHLIGHT!

„Das Herz fragt nicht um Erlaubnis, um etwas zu fühlen. Es fühlt einfach.“

S. 128

INHALT

Knight Cole und Luna Rexroth sind schon seit ihrer Kindheit beste Freunde, auch wenn sie völlig unterschiedlich sind. Knight ist Captain des Footballteams und der Star der Schule, Luna schüchtern, introvertiert und am liebsten für sich. Und dennoch fühlen sich die beiden, als wären sie zwei Teile eines Ganzen. Ohne den anderen sind sie einfach nicht vollständig. Aber genau dieses Gefühl hält sie davon ab, dem Knistern nachzugeben, das sie nun schon seit ein paar Jahren immer stärker spüren. Denn das Risiko, einander zu verlieren, ist mehr, als sie ertragen könnten…
[Quelle: Lyx Verlag]

„Immer. Wann immer. Für immer.“

S. 16

LUNA & KNIGHT

Luna Rexroth spricht seit dem Tag, an dem ihre Mutter sie als Baby verlassen hat, kein Wort mehr. Sie ist schüchtern, introvertiert und wächst zu einer selektiven Mutistin heran, die nur in seltenen Ausnahmen und nur bei bestimmten Personen spricht. Luna ist schlau, sogar hochbegabt und hat ein fotografisches Gedächtnis, was ihr das Vergessen ihres Traumas noch schwerer macht. Ihre größte Stütze war schon immer Knight Cole, ihr bester Freund. Obwohl sie in der Schule und im Alltag als Außenseiterin und „seltsames Mädchen“ abgestempelt wird, hat sie in Knight einen wahren Freund und Beschützer gefunden. Luna ist großherzig, sensibel und fühlt sich schuldig, weil sie vor anderen Menschen nicht sprechen kann. Sie hängt sehr an Knight, kann sich deshalb aber auch nur schwer weiterentwickeln. Im Laufe der Handlung macht sie eine unglaubliche Entwicklung durch und kommt sehr aus sich heraus.

Knight Cole ist beliebt, gut aussehend und sportlich. Er kommt sehr nach seinem Vater Dean und ist äußerst charismatisch. Leider neigt er auch wie Dean zu Suchtproblemen. Neben Alkohol und Drogen, ist er außerdem süchtig nach Lunas Liebe. Er ist sehr fixiert auf sie und hat ihr gegenüber einen unglaublichen Beschützerinstinkt. Als Luna sich für ein weit entfernt liegendes College entscheidet, fühlt er sich tief verletzt und zurückgewiesen. Da er mit negativen Gefühlen nicht gut umgehen kann, meidet er Luna und verhält sich ihr gegenüber immer mehr wie ein Arsch. Er verletzt sie und stellt sie bloß. Gleichzeitig kann er sie nicht loslassen und klammert sich an jeden Blick und jede Geste. Als Adoptivkind hat er nämlich große Angst davor, verlassen zu werden. Aber nicht nur die Gefühle für Luna quälen ihn, sondern auch die Krankheit seiner Mutter.

„Das Leben ist wie ein Buch, eine lange Reihe von Szenen, die durch die Umstände und das Schicksal miteinander verbunden werden. Du weißt nie, wie dick oder dünn dein Buch ist, also mach lieber das Beste aus jeder Szene – und genieße jedes Kapitel.“

S. 270

MEINE MEINUNG

Die Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt und mich noch Tage danach nicht losgelassen. Knight und Luna haben diese einzigartige Verbindung, die nur zwei Seelenverwandte haben. Und okay, ja … Ich glaube nicht wirklich an Seelenverwandtschaft, aber ich glaube daran, dass es auf der Welt Menschen gibt, die einfach zusammengehören und dass diese Verbindung etwas „unfertiges“ zusammensetzen kann. Für mich sind Luna und Knight genau das.
Die beiden auf ihrem Weg zu begleiten hat mir mehrfach das Herz zerrissen, nur um es stückweise wieder zusammenzusetzen. Ich habe mich mit den beiden zusammen verliebt, habe gehasst, gehofft und geweint. Das Buch ist meine persönliche Waschmaschine mit emotionalem Schleudergang. Der Erzählstil ist wie bei den anderen Büchern sehr fesselnd. Hier dürfen wir Knight und Luna auch als Kinder kennenlernen und beobachten, wie aus Freundschaft immer mehr wird. Das erste Kapitel ist ein kurzer Einblick in die Vergangenheit der beiden, was mir richtig gut gefallen hat. Die Intensität, mit der Luna und Knight füreinander empfinden, ist richtiggehend erschreckend. Sie haben sich mehrfach tief verletzt und waren auch kurz davor, sich gegenseitig zu zerstören. Aber gerade diese Zerrissenheit und die Zerstörungswut, mit der ihre Liebe funktioniert, ist das, was die Geschichte so besonders macht. Ich wusste oft nicht, ob ich den beiden eine gemeinsame Zukunft wünschte oder ob ich mich in das Buch beamen sollte, um die beiden endgültig zu trennen.

Doch nicht nur die Liebesgeschichte hat mich zerstört, sondern auch die Nebenhandlung, die sich bereits in Twisted Love angekündigt hat: Rosies Krankheit. Die kurzen Kapitel aus Rosies und Deans Sicht am Ende des Buches haben mich in ein emotionales Wrack verwandelt. Ich musste so heftig weinen, dass ich die Seiten nicht mehr sehen konnte, dabei weine ich fast nie beim Lesen. Ich rate jedem, der All Saints High: Der Rebell lesen möchte, zuerst Twisted Love zu lesen. Denn auch, wenn die Bücher unabhängig voneinander funktionieren, werdet ihr viele Zusammenhänge und Andeutungen nicht verstehen, wenn ihr Rosies Geschichte nicht kennt. Mehr möchte ich auch gar nicht verraten.

„Weißt du, was das Problem mit deiner Generation ist? Ihr weigert euch zu verstehen, dass die Liebe ihren Preis hat. Das macht sie nämlich bedeutend, stark und gehaltvoll. Sie kostet dich Wut, Eifersucht, gebrochene Herzen, Zeit, Geld und Gesundheit …“

S. 214

FAZIT

Nervenaufreibend, emotional, atemberaubend! Dieses Buch ist für mich ein absolutes Jahreshighlight und hat mich zum Weinen, Lachen und Verzweifeln gebracht. Die Charaktere sind nicht perfekt, sie machen viele Fehler, zerstören sich selbst und die Menschen, die sie lieben und versuchen dann, alles in Ordnung zu bringen. Kurz gesagt: Sie sind menschlich! L.J. Shen schafft es wie niemand sonst, ihre LeserInnen in die Handlung zu involvieren. Durch das Wiedersehen mit Daria, Penn, den HotHoles und ihren Frauen fühlte ich mich zu Hause. Ich liebe es, dass man auch die Entwicklung der anderen sehen konnte, was mir insbesondere bei Daria sehr gut gefallen hat! Auch Vaughn konnte man endlich etwas kennenlernen und auch, wenn ich einige Parallelen zu Vicious bemerkt habe (den ich ja immer noch nicht leiden kann), bin ich sehr gespannt auf seine Geschichte!