It Was Always You [Nikola Hotel]

„Jeder Tag ist ein Geschenk, manchmal ist er nur miserabel verpackt.!

S. 98

INHALT

Vier Jahre ist es her, dass Ivy alles verlor. Kurz nach dem Tod ihrer Mutter hat ihr Stiefvater sie ins Internat abgeschoben, weil sie sich ständig mit ihrem älteren Stiefbruder Asher stritt. Doch in diesem Sommer will ihr Stiefvater sie plötzlich unbedingt sehen und ruft sie zurück nach Hause – auf eine Insel an der Küste von New Hampshire. Dort trifft sie auch Asher wieder. Immer noch unausstehlich. Immer noch kompliziert. Und immer noch viel zu gut aussehend. Verdammt. Das Wiedersehen setzt ihr viel mehr zu, als sie erwartet hätte. Doch als Ivy erfährt, warum sie zurückkehren sollte, droht ihre Welt vollkommen auseinanderzubrechen …
[Quelle: Amazon]

„Mein Herz ist so voll. So voll von dir, dass es verdammt noch mal gar nicht mehr mein eigenes ist.“

S. 359

MEINE MEINUNG

Vorsicht, diese Rezension kann Spoiler zum Buch enthalten!

Mit Büchern aus dem Kyss Verlag hatte ich bisher immer ein paar Probleme. Denn auch, wenn ich die Geschichten wirklich süß finde, die Protagonisten ganz nett sind und der Schreibstil des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin ziemlich flüssig lesbar ist, so können sie mich trotzdem nicht ganz überzeugen. Bei It Was Always You dachte ich, nun endlich mal ein Buch aus dem Verlagsprogramm gefunden zu haben, dass mich positiv überrascht und mich restlos begeistert. Doch schon nach ein paar Kapiteln wurde mir klar, dass das nur Wunschdenken ist.
Der Einstieg in die Geschichte hat mir noch gut gefallen. Wir lernen Ivy als selbstständige, sympathische Frau mit Humor kennen. Sie ist nett, hilfsbereit und sucht Fehler immer zuerst bei sich selbst. Ich konnte mich gleich mit ihrer Denkweise identifizieren und mochte ihren Blick auf die Welt. Auch Asher gefiel mir auf den ersten Blick ziemlich gut. Trotz seiner Arroganz und seiner offensichtlichen Wut gegenüber Ivy, wird schnell deutlich, dass sich hinter seiner Bad Boy Fassade mehr verbirgt. Er musste in der Vergangenheit viel Leid ertragen und wirkt deshalb oft abweisend und kalt, obwohl er eigentlich ein gutes Herz und einen zutraulichen und liebevollen Charakter besitzt. Schnell wird auch die Frage nach dem großen Geheimnis aufgeworfen: Was ist damals genau passiert? Warum musste Ivy gehen? Und was hat das ganze mit Asher zu tun?
Ihr seht also, dass die Geschichte ziemlich großes Potenzial hatte. Leider hörte es da aber auch schon auf. Denn nach dem ersten Drittel tritt die Geschichte ziemlich auf der Stelle. Die Ereignisse bleiben seicht und vorhersehbar, die Charaktere tänzeln umeinander herum und niemand – wirklich NIEMAND – redet miteinander. Das Buch hätte bestimmt 200 Seiten weniger, wenn nur einer der Beteiligten den Mund aufgemacht und eines der schwierigen Themen angesprochen hätte. Für mich wurden dadurch leider sehr viele Situationen unglaubwürdig.

ACHTUNG: KLEINER SPOILER FOLGT

Die Tatsache, dass Asher einerseits so penibel auf seinen Körper und seine Gesundheit achtet und sich dann nach einer (für ihn lebenswichtigen) Impfung betrinkt oder als er seine Medikamente beim Campingausflug absichtlich zuhause lässt, ist für mich einfach unvorstellbar und unglaubwürdig. Es ist selbstsüchtig, einerseits weil er den anderen damit die Verantwortung für sein Leben zumutet als er krank wird und andererseits weil er alt genug ist, um es besser zu wissen. Bei mir hat ihn dieses Verhalten einige Sympathiepunkte gekostet.

SPOILER ENDE

Ashers Verhalten, zusammen mit dem vielen unnötigen Drama, hat bei mir leider ein „too much“ Gefühl zurückgelassen. Für mich gab es einfach zu viele (nicht nachvollziehbare) Geheimnisse und zu viele (daraus resultierende) Missverständnisse. Was mir anfangs noch richtig gut gefallen hat, wurde mit voranschreiten des Buches anstrengend. Auch die anderen Charaktere, wie Harper und Richard, entwickelten sich für mich nicht besonders positiv. Harpers Verhalten fand ich Sam gegenüber unmöglich und Richard konnte ich überhaupt nicht verstehen. Seine Entscheidung, Ivy nach „dem Vorfall“ wegzuschicken war in meinen Augen nicht nachvollziehbar und hätte ein schwächeres Kind sogar traumatisiert und bleibend geschädigt (siehe Noah).

Unabhängig von den Dingen, die mich gestört haben, fand ich die Liebesgeschichte jedoch total schön! Sowohl Asher als auch Ivy sind als Einzelperson unvollständig. Sie haben viele Schwächen und wirken „unfertig„. Als Paar jedoch entwickeln sie sich weiter und wachsen zu einer super-süßen Einheit zusammen. Auch das Setting fand ich toll. Die Privatinsel von Ivys Familie wird so umfangreich und detailliert beschrieben, dass man sich alles sehr gut vorstellen kann. Ich wurde sogar etwas neidisch, weil ich auch gerne eine ganze Insel für mich hätte!
Mein Highlight im Buch war aber Ivys Stiefbruder Noah! Wo Asher kalt, schroff und ichbezogen agiert, ist Noah liebenswürdig, offen und gutherzig. Er ist super süß, lustig und jemand, mit dem man sich sofort anfreunden würde. Ich fand ihn richtig toll und freue mich sehr auf seine Geschichte in „It Was Always Love“.

„Vielleicht bin ich bloß eine Zeile in deinem Buch Ivy. Eine Zeile oder ein Wort. Aber du bist mehr als ein Kapitel in meinem. Du bist mein verdammtes Buch.“

S. 394

FAZIT

It Was Always You ist ein klassisches Wohlfühlbuch. Es bietet eine entspannte Leseatmosphäre, mit interessanten Charakteren und einer sehr schönen Liebesgeschichte. Für mich wirkt das Buch jedoch nicht vollständig ausgearbeitet. Es scheint, als hätte die Autorin auf Drama gesetzt, um die Seiten zu füllen, was für mich aber leider nicht reicht, um in eine Geschichte eintauchen zu können. Nimmt man dem Buch das (unnötige) Drama, wird daraus ein Manuskriptentwurf mit viel Potenzial, der meiner Meinung nach aber noch etwas Arbeit erfordert. Vielleicht bin ich auch einfach schon etwas zu alt für so viel Drama, denn ich hätte die Protagonisten am liebsten alle geschüttelt und geschrien: „Nun redet doch endlich mal miteinander, Kinder!“
Obwohl das jetzt vielleicht alles sehr negativ klingt, war das Buch für mich keinesfalls schlecht oder gar ein Flop. Die Liebesgeschichte konnte mich (trotz Altersunterschied der Protagonisten) von sich überzeugen, der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen und die Aufmachung des Buches ist ein Traum! Für ein Lieblingsbuch sehe ich die Geschichte zu kritisch, aber It Was Always You kann sich definitiv unter meinen liebsten Wohlfühlbüchern einreihen.

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