Rezension: Liebe braucht nur zwei Herzen [Judith Wilms]

REZENSIONSEXEMPLAR

Dieses Jahr habe ich mir fest vorgenommen, meinen Lesehorizont zu erweitern und mich Büchern außerhalb meiner Wohlfühlzone zu widmen. Als ich dann „Liebe braucht nur zwei Herzen“ entdeckt habe, war für mich schnell klar, dass ich es versuchen muss. Das Buch klang einfach nach einer tollen Sommerlektüre mit einer guten Mischung aus Romantik und Ernst. Ob und wie mir da Buch gefallen hat, könnt ihr wieder hier nachlesen. Viel Spaß!

Produktinformationen: ISBN: 978-3-328-10566-4 | 400 Seiten | Penguin Verlag | Taschenbuch

INHALT

Niemand kann besser loslassen als Liv. Als Ordnungsfee hilft sie ihren Kunden dabei, ihr Leben auszumisten – denn sie weiß ganz genau, dass es sich oft nicht lohnt, Dinge aufzubewahren. Genauso wenig, wie sich die Liebe lohnt. Als sie im Haus ihrer Eltern eine Kiste voller Jugenderinnerungen findet, beschließt Liv, endlich die Liebesbriefe von Flo, dem Nachbarsjungen, loszuwerden. Doch gerade als sie seine Briefe in die übervolle Mülltonne stampft, steht Flo plötzlich wieder vor ihr – groß, erwachsen und mit seiner stupsnasigen kleinen Tochter an der Hand. Livs Herz macht ganz unerwartet einen Salto. Doch bestimmt lässt sich auch Chaos im Herzen ganz leicht aufräumen … oder?

QUELLE: PENGUIN VERLAG

GEDANKEN ZUM BUCH

Das Buch ist in sehr einfacher und lockerer Form geschrieben, weshalb man am Anfang gar nicht merkt, wie schnell die Seiten dahinfliegen. Die Hauptprotagonistin Liv ist sympathisch, authentisch und bringt mit ihrem minimalistischen Lebensstil ein wirklich interessantes Thema mit. Ich mochte sie anfangs echt gerne und konnte mich gut mit ihr identifizieren. Dass sie Bloggerin ist, liebend gerne die Welt bereist und sich von niemandem ihr Leben madig reden lässt, waren weitere Pluspunkte. Doch mit der Zeit hat sich mein Eindruck von ihr ziemlich gedreht und sie wurde mir immer unsympathischer. Ihre Unabhängigkeit kam bei mir eher als Trotzverhalten an und ihr Enthusiasmus wurde immer wieder von ihrer Naivität gebremst. Zu Florian konnte ich von Anfang an keinen wirklichen Draht finden. Der lockere Schreibstil wurde ihm hier leider zum Verhängnis und hat ihn eher blass bleiben lassen. Obwohl er ein netter Kerl ist und Liv sympathischer macht, fand ich ihn dennoch nicht besonders ansprechend. Für mich blieb Florian eher ein Kumpel als ein Bookboyfriend, was ihn meiner Meinung nach eher zum Nebencharakter machen sollte.

Die Handlung selbst ist ziemlich ruhig. Es gibt keine Spannungsschlenker und die Romanze ist leider nicht stark genug, um alles Tragen zu können. Deshalb hat sich das Buch für mich auch sehr gezogen. Ich gebe zu meiner Schande zu, dass ich in der Mitte einige Kapitel überflogen habe, weil ich die Geschichte einfach schneller vorantreiben wollte. Die Ordnungstipps in Form der Kapitelüberschriften haben mir aber sehr gut gefallen und auch die Aufträge von Liv als Ordnungsfee fand ich spannend. Das Prinzip der „Unscheinbaren“ ist einfach genial und ich musste direkt überlegen, welcher meiner Gegenstände mein Unscheinbarer wäre – Der Gegenstand, den ich aus einem brennenden Haus retten würde. Bei mir wäre das mein Plüsch-Hund, den mir meine Großcousine zur Geburt geschenkt hat. Das Ding ist über 30 Jahre alt, wurde mehrfach geflickt, sieht inzwischen aus wie Frankensteins Hund und macht Kindern wahrscheinlich Angst, aber ich würde ihn jederzeit aus dem Feuer retten.

FAZIT

Liebe braucht nur zwei Herzen ist ein lockerer Sommerroman und eine klassische Zwischendurch-Lektüre. Durch den lockeren Schreibstil kommt man gut durch die Geschichte, bekommt aber keinen richtigen Bezug zu den Charakteren. Die Slow-Burn-Lovestory konnte mich leider nicht catchen, dafür fand ich das Thema Minimalismus und das Prinzip der „Unscheinbaren“ echt toll. Empfehlen würde ich das Buch allen, die eine locker-flockige Urlaubslektüre suchen, ohne sich zu sehr in eine Handlung verstricken zu müssen.

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