Rezension: Try & Trust [Nena Tramountani]

REZENSIONSEXEMPLAR

Schon als ich den ersten Teil der Soho-Love Reihe gelesen habe, wusste ich, dass ich unbedingt mehr von Matilda erfahren musste! Ich habe mich also total auf dieses Buch hier gefreut und kann euch jetzt schon sagen, dass es mich nicht enttäuscht hat. Meine Gedanken dazu habe ich euch wieder hier zusammengefasst.

Produktinformationen: ISBN: 978-3-328-10621-0 | 464 Seiten | Reihe: Band 2 | Penguin Verlag

INHALT

Matilda hat das Drama um die Liebe satt. Die Psychologie-Studentin ist sich sicher, dass man keinem Mann trauen kann. Davon versucht sie auch ihre Mitbewohnerin Briony zu überzeugen, die sich in den gut aussehenden Künstler Anthony verliebt hat. Denn Matilda durchschaut sofort, dass er mit ihrer besten Freundin spielt. Um Briony noch größeren Herzschmerz zu ersparen, geht sie einen gefährlichen Deal mit Anthony ein: Wenn er endlich aufhört, Briony falsche Hoffnungen zu machen, lässt Matilda sich von ihm malen – und zwar nackt. Doch mit jedem Pinselstrich erinnert er sie nicht nur an ihren längst begrabenen Traum, sondern auch an den Menschen, der sie früher war. Und plötzlich beginnt ihre Fassade zu bröckeln … [Quelle: Penguin Verlag]

„Ich bin nicht stark“, antwortete ich heiser. „Ich bin nur verdammt gut darin, so zu tun.“

S. 179

GEDANKEN ZUM BUCH

Nena Tramountani hat mich in Fly & Forget bereits davon überzeugt, dass sie schreiben kann. Ich mochte den ersten Teil der Reihe wirklich gerne, fand ihn aber gegen Ende hin etwas zu kitschig. Trotzdem habe ich mich so, so sehr auf Band 2 gefreut und der Geschichte von Matilda und Anthony ungeduldig entgegengefiebert. Ich weiß gar nicht, wie ich Try & Trust würdig beschreiben soll, denn dieses Buch hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen und mich hochkant aus der Realität gekickt. Einfach ausgedrückt: Ich habe es geliebt!

Matilda und Anthony sind zwei wundervolle Persönlichkeiten, die beide von einem inneren Schmerz und einer Einsamkeit erdrückt werden, die man durch jede Seite spüren kann. Während Matilda panische Angst vor Gefühlen hat und sie so weit es geht von sich fernhält, lässt Anthony diese zu und fühlt mit einer Intensität, die ich in dieser Art noch bei keinem fiktiven Charakter erlebt habe. Anthony ist ein leidenschaftlicher Künstler. Er ist einfühlsam, humorvoll, aufmerksam und tiefsinnig. Ich muss sagen, dass er mich wirklich positiv überrascht hat, denn eigentlich kann ich diesen Good Guys sonst nichts abgewinnen. Aber Anthony hat sich rasend schnell in mein Herz geschlichen den ein oder anderen Bad Boy dort verdrängt. Matilda fand ich im ersten Band bereits als Nebencharakter toll. Sie ist frech, selbstbewusst und steht total für „Sex-positivity“, was ich gerade für dieses Genre unglaublich wichtig finde. Matildas sture, dickköpfige Art hat mir sofort gefallen und ich habe es geliebt, wie sehr sie für ihre Freunde kämpft. Positiv überrascht war ich von ihrer emotionalen, unsicheren Seite. Das hat ihren Charakter menschlicher und greifbarer gemacht.
Die Lovestory ist unglaublich toll! Nicht nur, weil es ganz offensichtlich zwischen den beiden funkt, sondern weil sich die Gefühle hier so langsam entwickeln und steigern, dass man den Weg der beiden perfekt verfolgen kann. Man begleitet Matilda und Anthony dabei, wie sie sich verlieben. Es ist ein etwas holpriger und oft sehr steiniger Weg, der mich manchmal wirklich traurig gemacht hat. Gleichzeitig ist es einfühlsam, zärtlich, wunderschön und intensiv. Ich hatte Bauchkribbeln wie schon lange nicht mehr!

Der Schreibstil ist genau wie die Lovestory: intensiv, gefühlvoll und tiefsinnig. Ich musste mich oft zwingen, nur ein paar Kapitel zu lesen, um noch länger etwas von diesem Buch zu haben. Hätte ich es in einem Rutsch gelesen, wäre ich in ein tiefes Loch gefallen, weil diese Geschichte nie enden sollte. Das Thema Kunst ist der rote Faden, der hier alles durchdringt. Hier fand ich vor allem die Natürlichkeit spannend, mit der die Autorin diesen Bereich eingearbeitet hat. Ich fand es zu keiner Zeit unglaubwürdig oder übertrieben, sondern sehr authentisch, wie sowohl Anthony als auch Matilda diese Leidenschaft ausüben.
Dieses Buch lebt definitiv von seinen starken Beziehungen und damit meine ich nicht nur die Verbindung der beiden Hauptprotagonisten. Auch Matilda und ihre beste Freundin Briony haben ein unglaublich festes Band. So fest, dass Matilda bereit ist, alles – wirklich alles – für Briony zu tun und das auf so authentische Art, dass man sie sogar bei jeder unsinnigen, übertriebenen und manischen Aktion unterstützen möchte. Aber auch Noah und Anthony sind mehr als nur beste Freunde. Die beiden holen sich gegenseitig aus allen Schwierigkeiten heraus und überschreiten persönliche Grenzen, um dem anderen sein Glück notfalls aufzuzwingen. Sie streiten, sie schreien und sie vertragen sich wieder, weil sie ohne einander nicht existieren können. So eine tiefe Freundschaft gibt es selten und das fand ich unglaublich schön!
Die einzige Kritik, die ich an diesem Buch habe, ist das Ende. Die letzten paar Seiten gingen mir dann doch zu schnell und zu einfach, mit etwas zu viel Drama. Hier hätte ich mir etwas mehr Charakterzeit mit Anthony und Matilda gewünscht, um ihren Fortschritt und die Entwicklung besser zu verstehen.

FAZIT

Try & Trust ist eine unglaublich gefühlvolle und authentische Geschichte. Alles, was mir im ersten Band gefehlt hat oder zu viel des Guten war, wurde hier perfekt umgesetzt und hat mich nicht nur perfekt unterhalten, sondern mich auch tief berührt. Es geht um Freundschaft, Loyalität, Liebe, Leidenschaft und Angst. Die Charakterentwicklung war authentisch und emotional, das Londoner Setting hat absolutes Fernweh ausgelöst und die Handlung war nicht nur romantisch, sondern auch überraschend tiefsinnig. Für mich ist dieses Buch ein absolutes Highlight!

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