Die Erfindung von Mittelerde [John Garth]

REZENSIONSEXEMPLAR

„Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.“ [Der Herr der Ringe]

Als mir das Buch als Rezensionsexemplar angeboten wurde, konnte ich als Fan natürlich nicht nein sagen. Ich wusste nicht, was mich erwartet und hatte das Buch davor ehrlich gesagt überhaupt nicht auf dem Schirm. Als es dann bei mir ankam, war die Freude trotzdem sehr groß und ich musste sofort reinlesen. Ob und wie es mir gefallen hat, könnt ihr wie immer in dieser Rezension nachlesen. Viel Spaß!

Produktinformationen: ISBN: 978-3-8062-4260-7 | 208 Seiten | wbg Theiss Verlag | Preis: € 32,90 [A], € 32,- [D]

INHALT

Was sind die realen Vorbilder für die Schauplätze von Tolkiens Romanen? Inspiration fand der Schriftsteller in den Landschaften, Bergen und Wäldern Großbritanniens, aber auch in seiner südafrikanischen Heimat und auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs. Gestützt auf sein profundes Wissen über Leben und Werk Tolkiens identifiziert der mehrfach preisgekrönte Autor John Garth die Orte, die dem Schöpfer von Mittelerde als Anregung für das Auenland, Bruchtal oder die Höhlen von Helms Klamm dienten. [wbg Theiss Verlag]

GEDANKEN ZUM BUCH

Schon als ich in meiner Jugend zum ersten Mal die Herr der Ringe Filme gesehen habe, fragte ich mich, wie sich jemand nur so eine Welt ausdenken kann. Wie kann es sein, dass diese extreme High-Fantasy Welt so logisch und in sich stimmig funktioniert? Mit all den Völkern, Legenden, der Politik, den Mythen, der Gesellschaftsstruktur und der Magie? Wieso ist das alles trotzdem logisch?
Mein mittlerweile fantasyerfahrenes Ich würde heute antworten: „Weil es gut recherchiert ist.“ Wie gut das tatsächlich der Fall ist und wie sehr Tolkien sich von seinem Leben, diversen Legenden und verschiedenen Orten inspirieren ließ, erfahren wir in diesem tollen Nachschlagewerk.

John Garth nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise und zeigt uns anhand detaillierter Beispiele diverse Inspirationsquellen für die Entstehung von Mittelerde. Fans wissen natürlich, dass sich Tolkien vor allem von England und seiner Zeit im Krieg beeinflussen ließ, aber nicht alle werden wissen, dass selbst klassische Heldenlegenden wie die Nibelungensaga und Geschichten über den trojanischen Krieg ihren Teil zum Herr der Ringe Konzept beitrugen. Aber nicht nur historische und literaturwissenschaftliche Quellen werden hier genannt. John Garth geht auch auf Eindrücke und Erlebnisse aus Tolkiens Privatleben ein. So spielen beispielsweise ein Sturm und ein verlorenes Spielzeug eine zentrale Rolle in einer besonderen Mittelerde-Kurzgeschichte. Das Buch ist zudem sehr umfangreich bebildert, sodass man zu den zahlreichen Fakten auch Anschauungsmaterial hat.

Die Texte sind nicht immer einfach zu lesen und mir fehlte ein bisschen der Bezug zur Magie, aber wenn ich das Buch als Ganzes bewerte, dann hat sich die Studie hier tatsächlich gelohnt. Es ist detailliert, bunt und wahnsinnig interessant. Durch den sehr analytischen Schreibstil sollte man hier aber eher mit einem wissenschaftlichen Nachschlagewerk als mit entspannter Prosa rechnen. Zudem hätte ich mir mehr Details über die Figuren gewünscht. Ich habe lange und vergebens auf Hobbits, Orks, Elben und Magier gewartet, mich dafür aber intensiv mit altertümlicher Handwerkskunst, Landschaften und Kriegsschauplätzen befasst. Mir fehlte hier ein wenig der emotionale Bezug zu Tolkiens Büchern, also das Gefühl von Bestimmung, Freundschaft und Tapferkeit. Nichtsdestotrotz hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich würde es auf jeden Fall für Mittelerde-Fans empfehlen!

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