Rezension: Between Your Words [Emma Scott]

Hallo, ihr Lieben!
Heute gibt es wieder eine Rezension, die mich einiges an Überwindung gekostet hat. Mit Between Your Words hat mich Emma Scott wieder an einem Punkt getroffen, den außer ihr nicht viele AutorInnen bei mir treffen. Was genau ich damit meine, könnt ihr wie immer in meiner Rezension hier nachlesen. Viel Spaß!

Produktinformationen: ISBN: 978-3-7363-1428-3 | 462 Seiten | LYX Verlag

INHALT

Reichen fünf Minuten, um sich zu verlieben?
Thea leidet unter einer dramatischen Form der Amnesie. Sie hat fünf Minuten, bevor ihr Kurzzeitgedächtnis wieder gelöscht wird. Für alle außer Jim Whelan ist sie ein hoffnungsloser Fall. Allein Jim erkennt, dass ihre seltsamen Kunstwerke aus Wortketten ein Hilferuf sind. Trotz aller Widrigkeiten entsteht zwischen ihm und Thea eine tiefe Verbindung. Als sich eine neue riskante Behandlungsmöglichkeit auftut, könnte dies eine Chance für ihre scheinbar unmögliche Liebe sein – oder aber ihr Ende bedeuten … [LYX Verlag]

„Gar nichts ist von Dauer, egal, ob es gut oder schlecht ist. Deshalb müssen wir so viel leben, wie wir können, so gut wir können, jeden Moment.“

S. 311

GEDANKEN ZUM BUCH

Ich liebe Emma Scott und ihre Art zu schreiben. Sie schafft es jedes Mal, mich an einem Punkt zu berühren, von dem ich vor ihren Geschichten nicht einmal wusste, dass ich ihn habe, geschweige denn wie weh es tut, wenn man diesen Punkt tatsächlich drückt. Emma Scott füllt scheinbar hoffnungslose Momente mit Licht und macht aus tragischen Geschichten wundervolle Erzählungen, in denen es um Charaktere geht, die wie ein Phönix aus der Asche aufsteigen. Bei Jim und Thea hatte ich oft dieses Bild vom aufsteigenden Phönix vor Augen. Gerade Jim, der Theas Situation hautnah miterlebt und merkt, wie sehr sie darunter leidet, hätte oft genug die Hoffnung verlieren können. Das tat er aber nicht. Stattdessen war er ihr Licht in der Dunkelheit und hat alles dafür getan, ihre Lage zu verbessern und ihr Momente des Glücks zu schenken. Ich fand ihn einfach toll!
Jimmy ist ein wahnsinnig einfühlsamer und lieber Mensch, der trotz – oder gerade wegen – seiner harten Kindheit anderen helfen möchte. Es war beeindruckend mitzuverfolgen, wie er mit Thea umgeht und wie er selbst in den schlimmsten Momenten für sie diese wärmende Ruhe bewahrt, sodass sie sich sicher fühlt.
Bei Thea merkt man trotz der Amnesie, dass sie ein unglaublich starker Charakter ist. Ihre Kreativität, ihr Lebenswille und ihre Freundlichkeit kommen selbst in ihren 5 Minuten deutlich heraus, sodass einem ihre Situation noch viel tragischer erscheint. Die kurzen Szenen aus dieser fünfminütigen Hölle, die sie tagtäglich ertragen muss, haben mich wirklich hart getroffen und ihre stummen Hilfeschreien taten durch die Seiten heraus weh. Trotzdem muss ich zugeben, dass sie mir nicht durchgehend sympathisch war. In der zweiten Hälfte des Buches handelt sie oft ziemlich selbstsüchtig und unlogisch. Klar, ich hätte wahrscheinlich dasselbe getan, aber wie sie dabei mit Jimmy umgeht, hat mir nicht immer gefallen.
Die Nebencharaktere blieben im Vergleich zu Jimmy und Thea sehr blass, was ich ziemlich schade fand. Besonders Delia hätte man hier definitiv mehr in den Vordergrund stellen können, um ihr Handeln besser nachvollziehen und sie dadurch besser kennenlernen zu können. So blieb sie leider die ganze Zeit über der Buh-Mann, was ich echt schade fand.

Das Thema des Buches ist schwierig, aber Emma Scott hat für mich sowohl die medizinische als auch die romantische Seite sehr gut umgesetzt. Anfangs konnte ich mir nicht vorstellen, wie man eine Lovestory schreiben soll, bei der eine Seite des Pärchens nur 5 Minuten Bewusstsein hat, während die andere Seite die medizinische Verantwortung für sie haben soll. Ich gebe zu, dass sich mein Kopfkino da ganz abartige Dinge vorgestellt hat, die zum Glück nicht eingetroffen sind. Im Gegenteil sogar, denn Emma Scott hat wie immer eine unglaublich schöne und authentische Liebesgeschichte eingebaut, die mich sehr berührt hat. Das Ende war mir zwar etwas zu kitschig, aber das ist reine Geschmackssache. Besonders glücklich hat mich das kleine Easter-Egg aus der All-In Dilogie am Ende gemacht. Alles in allem fand ich das Buch sehr gut, auch wenn mich ein paar Kleinigkeiten gestört haben.

FAZIT

Between Your Words ist ein weiteres emotionales Buch aus der Feder von Emma Scott, das für mich trotz einiger Schwächen durchaus zu empfehlen ist. Thea und Jim sind unglaublich starke Charaktere und haben mich oft an den Phönix aus der Asche erinnert, da vor allem Jim nie die Hoffnung aufgegeben und für Thea gekämpft hat. Thematisch ist das Buch sehr schwierig, aber unglaublich gut umgesetzt. In Bezug auf die Nebenfiguren hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Besonders im Fall von Theas Schwester, deren Potenzial dadurch komplett unterging und sie stattdessen als Buh-Mann herhalten musste. Aufgrund der tiefen Gefühle, der kleinen Prise Humor und Emma Scotts tollen Schreibstil gibt es von mir aber trotzdem eine Leseempfehlung!

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