Rezension: Wie die Stille vor dem Fall 2 [Brittainy C. Cherry]

Bei dieser Rezension handelt es sich um die Fortsetzung zu Brittainy C. Cherrys Chances-Reihe. Ihr könntet über Spoiler aus dem ersten Band stolpern. Lest diesen Beitrag also nur, wenn ihr Teil 1 bereits kennt oder ihr euch daran nicht stört, womöglich gespoilert zu werden.

Produktinformationen: Lyx Verlag | Paperback | 399 Seiten | ISBN: 978-3-7363-1485-6 | Preis: € 13,30 [A], € 12,90 € [D]

INHALT

Ich vermisse deinen Herzschlag. Ich vermisse dich. Ich vermisse uns. Ich bin fest davon überzeugt, dass man seine erste große Liebe nie vergessen wird. Man gestattet ihr, in einer kleinen Ecke seines Herzens weiterzuleben. Und deshalb weiß ich, dass ich nach Landon nie wieder in der Lage sein werde, einen anderen Menschen von ganzem Herzen zu lieben. Meine Seele ist für immer verwundet. Mein Herz gefror zu Eis, als er mich verlassen hat. Es würde ein Wunder brauchen, um es wieder auftauen zu lassen. Und ohne Landon glaube ich nicht länger an Wunder. [Quelle: Lyx Verlag]

„Du bist meine Geschichte. Du bist meine letzte Seite. Du bist mein letztes Wort.“

S. 385

GEDANKEN ZUM BUCH

Nach dem herzergreifend emotionalen Ende von Teil 1 war ich froh, erst einmal eine kleine Pause von Landon und Shay machen zu können. Nicht, weil mir ihre Geschichte nicht gefallen hat – ganz im Gegenteil! – sondern weil meine eigenen Emotionen erst einmal verarbeitet werden mussten. Länger als zwei Wochen hielt ich es dann aber doch nicht aus, weshalb das Buch noch im selben Monat bei mir eingezogen ist. Die Geschichte startet ziemlich knapp nach dem Ende von Band 1. Landon ist nach Los Angeles gezogen, um an seinen Problemen zu arbeiten und ein „besserer“ Landon für Shay zu werden. Er macht eine Therapie und arbeitet daran, seine Probleme nach und aufzuarbeiten. Mit Shay hält er aber weiterhin Kontakt. Die beiden schreiben sich (wie schon im Vorgängerband) Briefe und man merkt deutlich, dass ihre Gefühle füreinander durch die Entfernung keineswegs nachgelassen haben. Während Landon zu sich selbst finden möchte, wartet Shay auf ihn und glaubt fest daran, dass er zu ihr zurückkommt.
Sie wartet.
Wartet lange.
Und noch etwas länger.
Sie wartet selbst dann noch, als Landon erneut einen Schicksalsschlag erleidet und alle Fortschritte, die er in Bezug auf seine Depressionen gemacht hat, auf Null zurückgestellt werden. Daraufhin trifft er Entscheidungen, die dafür sorgen, dass die Beziehung der beiden in die Brüche geht. Es tat mir in der Seele weh, diese Liebe scheitern zu sehen. Shay ist natürlich am Boden zerstört und wird nachhaltig von Landons Entscheidung und seinen darauffolgenden Taten beeinflusst. Sie verliert den Glauben an die Liebe und wird durch den Einfluss ihrer Mutter – und den kommenden Erfahrungen mit anderen Männern – immer zynischer. Ich muss ehrlich sagen, dass mich das ziemlich enttäuscht hat, denn Shays hoffnungsvoller und fröhlicher Charakter hat mir in diesem Teil wirklich gefehlt. Landons Entwicklung war dafür phänomenal. Er lernt sich selbst und seine Krankheit im Laufe des Buches besser kennen. Obwohl er viele Rückschläge erleidet, gibt er nicht auf und sucht weiterhin nach Möglichkeiten, seine inneren Dämonen zu besiegen. Landons Leidensweg ist sehr authentisch dargestellt, was mir wirklich gut gefallen hat. Das Buch macht auf dieses schwierige Thema aufmerksam, ohne es zu romantisieren oder zu dramatisieren. Der Kampf gegen Depressionen dauert ein Leben lang und man lebt ständig in der Gefahr, einen Auslöser zu übersehen oder zu spät (bzw. falsch) darauf zu reagieren. Brittainy C. Cherry geht sehr sensibel mit dem Thema um und zeigt durch Landon, wie wichtig es ist, sich Hilfe zu suchen.

Obwohl mich die Charaktere tief beeindruckt und emotional berührt haben, konnte mich das Buch nicht ganz so sehr begeistern wie der erste Teil. Die Handlung entwickelt sich nämlich ziemlich langsam, wodurch leider einige Längen in der Mitte und am Schluss entstehen. Die Sache mit Landons Schauspielkollegin fand ich total unnötig, ebenso die ganze „Latte-Katastrophe“. In der zweiten Hälfte der Geschichte verlor sich für mich auch nach und nach das emotionale Band, das ich zu Landon und Shay geknüpft hatte. Ich weiß nicht genau woran das liegt, aber so ging es mir bisher mit fast allen B.C. Cherry Büchern. Sobald ihre Charaktere erwachsen werden, kann ich mich nicht mehr auf sie einlassen. Trotzdem war es eine tolle, emotionale Geschichte und der Schreibstil an manchen Stellen so poetisch schön, dass ich das Bedürfnis unterdrücken musste, mir jeden Satz herauszuschreiben. Die Autorin weiß einfach, wie man mit Worten umgeht.

FAZIT

Wie die Stille vor dem Fall 2 ist eine etwas schwächere, aber dennoch emotionale Fortsetzung. Wir begleiten Landon und Shay beim Erwachsenwerden und Fehler machen. Wir erleben, wie sie scheitern, an sich arbeiten, wieder hoffen und weitermachen. Trotzdem hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass sich die Handlung im Kreis dreht, wodurch für mich Längen entstanden sind, die man durchaus hätte vermeiden können. Landon und Shay sind zwei tolle Protagonisten, aber emotional konnten sie mich als Erwachsene nicht ganz so sehr begeistern wie als Jugendliche. Mir hat hier einfach das gewisse Etwas gefehlt. Nichtsdestotrotz gibt es von mir eine Leseempfehlung, denn die Geschichte als Ganzes ist wunderschön und durch den poetischen Schreibstil einfach etwas ganz besonderes.

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