Rezension: Cassardim – Jenseits der schwarzen Treppe

Was habe ich mich auf diese Fortsetzung gefreut! Ich habe die Monate, Wochen, Tage und Stunden bis zum Release gezählt und ungeduldig auf mein vorbestelltes signiertes Exemplar gewartet. Als es endlich ankam, war die Freude natürlich groß, die Angst, mit dem Lesen anzufangen, aber noch größer. Bei so viel Vorfreude wäre eine Enttäuschung nur schwer zu verkraften. Wird mich das Buch überzeugen? Werden Amaia und Noár an ihrer Liebe festhalten und die Gefahren überwinden? Oder geht alles den Bach hinunter? Die Antworten auf diese Fragen könnt ihr hier herausfinden. Viel Spaß!

INHALT

Als Goldene Erbin und Verlobte des Schattenprinzen ist Amaia den Mächtigen in Cassardim ein Dorn im Auge. Auf ihrer Reise durch die Fürstentümer muss sie deshalb nicht nur die höfischen Intrigen überleben, sondern auch diverse Mordanschläge. Besonders in der Schattenfeste, wo Liebe als Schwäche gesehen wird, schwebt Amaia in großer Gefahr. Um sie zu schützen, ist Noár gezwungen, erneut zu dem skrupellosen Prinzen zu werden, den alle so fürchten. Doch wieder einmal ist nichts, wie es scheint, sodass nicht nur Amaias Herz auf eine harte Probe gestellt wird.  
[Quelle: Thienemann-Esslinger Verlag]

„Kein Zögern, keine Furcht, keine Reue. Bis in den Tod!

S. 245

MEINE MEINUNG

Ich weiß wirklich nicht, wie ich meine Gedanken zum Buch in Worte fassen soll. Es ist so schwer, diese unglaubliche Welt, die tollen Charaktere und die spannende Handlung würdig zu beschreiben. Am ehesten würde ich es als wunderbare, emotionale und pulshochtreibende Achterbahnfahrt an Gefühlen bezeichnen, aber selbst das scheint mir nicht genug zu sein. Was Julia Dippel mit Cassardim geschaffen hat, lässt mich tagträumerisch durch den Alltag schreiten, nur um mit Herzklopfen die Momente des Lesens herbei zu sehnen. Ich weiß wirklich nicht, was ich sagen soll außer: LEST DIESES BUCH!

Die Handlung startet mit der kleinen Auszeit, die sich Amaia von Noár am Ende von Band 1 gewünscht hat. Man wird sofort wieder mit ihrer Situation konfrontiert und genießt die Zweisamkeit der beiden deshalb noch mehr. Schnell werden sie aber wieder an ihre Aufgaben erinnert und müssen sich den Intrigen, Machtspielen und Gefahren stellen, die ihre Verlobung mit sich bringt. Eine der Aufgaben beinhaltet, eine bestimmte Zeit in der Schattenfeste zu verbringen, wovor sich nicht nur Amaia fürchtet. Denn Noár muss in seinem Reich wieder in die Rolle des kalten, grausamen Schattenprinzen schlüpfen und darf seine wahren Gefühle für Amaia unter keinen Umständen preisgeben. Leider trägt Noár die Maske des Schattenprinzen so stramm, dass man bald nicht mehr weiß, welches sein wahres Ich ist.
Die Dynamik der Schattenfeste hat mir richtig gut gefallen. Angefangen mit der schwarzen Treppe, die wie der goldene Berg ein eigenes Bewusstsein hat, bis hin zu den verborgenen Orten, die man nie mit der Hölle verbinden würde, kamen mir beim Lesen immer wieder ganz leichte Parallelen zu Das Reich der sieben Höfe und insbesondere dem Hof der Nacht in den Sinn. Ich fand das richtig gut, denn es zeigt, dass Julia Dippel ihre Welt nicht nur eindimensional mit der „Himmel ist schön“ und die „Hölle ist schrecklich“ erschaffen hat. Denn in Cassardim finden sich auch im Schattenreich wunderschöne Orte, die durch Julias fantastischen Schreibstil zum absoluten Lesegenuss werden. Für mich ist dieses Buch einfach perfekt. Sowohl Handlung als auch Charaktere konnten mich wieder komplett überzeugen. Hinzu kommt, dass Julia Dippel einfach eine Begabung für tolle Dialoge hat. Egal, ob sie dramatisch, emotional oder lustig sind – die Frau weiß einfach, wie man mit wenigen Sätzen ganze Weltbilder zerstört.

Amaias Entwicklung gefiel mir auch sehr gut. Obwohl sie anfangs wieder in ihre unsichere Rolle gerutscht ist, hat sie sich im Laufe der Handlung richtig gut gemacht und wurde selbstsicherer. Sie ist ein sehr authentischer Charakter, mit dem man sich gut identifizieren kann und den man gerne als Freundin hätte. Denn sie scheitert manchmal, zweifelt an sich selbst und gibt trotzdem nicht auf. Ich mag vor allem ihre Willensstärke und dass sie sich selbst von Noár nicht einschüchtern lässt. Und Noár liebe ich natürlich besonders, obwohl er sich wieder als arroganter, kalter Schattenprinz zeigt. Der Unterschied ist diesmal, dass wir den Grund dafür nachvollziehen und somit die kleinen Momente seiner Güte genießen können. Denn Noár darf sich im Schattenreich keine Schwäche erlauben und muss alle glauben lassen, dass Amaia nur ein Mittel zum Zweck ist. Ich gebe zu, ich habe an ihm gezweifelt. Nicht an seinen Gefühlen für Amaia, aber an seinen wahren Absichten. Es gibt so viele Wendungen und neue Erkenntnisse, dass man oft nicht weiß, wer Freund und wer Feind ist. Man braucht auf jeden Fall starke Nerven für diese Geschichte.
Natürlich spielen auch die anderen Charaktere aus dem ersten Band wieder eine zentrale Rolle. Besonders gut haben mir Noárs Freunde gefallen. Rhome, Pash, Keeza, Drokor und die anderen runden das Gesamtbild des Schattenprinzen ab und sorgen für reichlich Unterhaltung. Aber auch Zoey, Amaias Geisterfreundin, hat wieder eine wichtige Rolle im Buch und sorgt mit ihren spritzigen Kommentaren für einige Lacher.

„Berührst du mich, bin ich zu Hause. Küsst du mich, verbrenne ich. Verliere ich dich …“ Seine Stimme wurde brüchig und gab mir einen Blick in sein Innerstes „… sterbe ich.“

S. 285

FAZIT

Das Buch ist eine wirklich gelungene Fortsetzung. Die Charaktere entwickeln sich glaubhaft, die Handlung steigert sich bis zu einem Level, das mein Herz kaum noch mithalten kann und emotional ist dieses Buch jenseits aller Worte. Ihr müsst diese Reihe einfach lesen! Aber Achtung: Der Cliffhanger wird euch schlaflose Nächte bereiten. Ich muss wohl nicht extra erwähnen, dass das Buch für mich ein Jahreshighlight ist oder?



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