„Die Liebe war vergleichbar damit, sich gegenseitig mit Benzin zu übergießen und anzuzünden. Sie war wie ein Tanz des Wahnsinns in der Dunkelheit, umringt von hellen Fackeln. Sie fühlte sich an, als würde man nach Atem ringen, obwohl die Lungen zum Bersten voll waren.“

S. 183

INHALT

Rosie LeBlanc war ein Teenager, als sie Dean Cole zum ersten Mal begegnete. Es war Liebe auf den ersten Blick. Doch Dean brach ihr Herz, als er sich nicht für sie, sondern für eine andere entschied. Nach elf Jahren stehen sich die beiden nun erneut gegenüber. So viel hat sich verändert zwischen ihnen, so viel ist geschehen. Doch ein Blick in Deans Augen genügt, und die Sehnsucht und das Verlangen sind wieder da, viel stärker noch als damals. Dean ist fest entschlossen, Rosie davon zu überzeugen, dass er seinen Fehler bereut und dass sie zu ihm gehört – für immer. Was er nicht weiß: Rosie ist krank. Sehr krank. Und für eine zweite Chance könnte es schon zu spät sein …
[Quelle: Lyx Verlag]

ROSIE & DEAN

Rosie LeBlance ist 28 Jahre alt und lebt in New York. Wer Vicious Love gelesen hat weiß, dass sie Millies jüngere Schwester ist und an Mukoviszidose leidet. Nachdem Millie nun aber glücklich mit Vicious zusammenlebt, will Rosie beweisen, dass sie auch für sich alleine sorgen kann und nicht mehr das Kind ist, das immer noch alle in ihr sehen. Rosie ist klug, selbstbewusst, hat ein freches Mundwerk und ist sehr lebensfroh. Sie geht keine festen Beziehungen ein und will niemanden mit ihrer Krankheit zur Last fallen. Neben einem selbstbestimmten, freien Leben wünscht sich Rosie vor allem ihren Eltern zu beweisen, dass sie trotz ihrer Einschränkungen für sich alleine sorgen kann.

Dean Cole ist 29 Jahre alt, äußerst attraktiv, erfolgreich und charmant. Er ist ein Weiberheld, der gerne feiert und immer einen lässigen Spruch auf Lager hat. Blickt man jedoch hinter die Fassade, wird aus dem lockeren Spaßvogel ein ganz anderer Dean. Nämlich einer mit massig Problemen, die er mit Alkohol, Drogen und Sex kompensiert. Er versucht seine Probleme aus der Vergangenheit mit seinen Lastern zu betäuben, um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen. Dabei ist Dean eigentlich ein sehr emotionaler Charakter, der keine Angst davor hat, Rosie gegenüber seine Gefühle zuzugeben.

MEINE MEINUNG

Ich gebe es zu: Ich habe Band 1 der Sinners of Saint Reihe gehasst. Ich hasse es immer noch, denn ich finde, dass Vicious einer der schrecklichsten Menschen ist, der je (fiktiv) existiert hat. Aus diesem Grund lag Twisted Love auch sehr lange auf meinem Sub, denn mein HotHoles Content war mit Vic bereits ausgeschöpft. Nachdem ich mich aber in All Saints High verliebte, wo es um die Kinder der HotHoles geht, gab ich mir einen Ruck und Twisted Love noch eine Chance, denn Dean gehörte zu den wenigen Charakteren, die mir in Band 1 positiv aufgefallen sind.
Die Erzählperspektive wechselt zwischen der männlichen und weiblichen Hauptfigur und zeigt nebenbei auch wieder Eindrücke in die Vergangenheit. Denn Rosie und Dean kennen sich bereits seit 11 Jahren. Damals war der Frauenheld mit Rosies Schwester Emilia zusammen und brach ihr damit das Herz. Als sie aber in New York wieder aufeinandertreffen, will Dean seine zweite Chance nicht ungenutzt lassen, denn vor 11 Jahren war er nur mit Emilia zusammen, weil Rosie ihn dazu gedrängt hatte. Seine Traumfrau war aber immer schon Rosie und das will er ihr nun beweisen.

Twisted Love ist eines dieser Bücher, das emotional an genau der richtigen Stelle trifft. Es ist romantisch, prickelnd, humorvoll und ernst. Die Spannung baut sich kontinuierlich auf und wird durch die Rückblicke noch intensiviert. Wir lernen Dean und Rosie als Jugendliche kennen, die beide mit eigenen Problemen kämpfen. Rosie mit ihrer Krankheit und Dean mit seinen Lastern. Anders als Vicious hat Dean kein Problem damit, sich seine Gefühle einzugestehen. Er weiß, was er will und tut alles, um es zu bekommen. Er ist ein netter Kerl, der alten Damen über die Straße hilft und gleichzeitig ein Frauenheld, der wirklich nichts anbrennen lässt. Eine gefährliche Kombination für mein Bookboyfriend-Radar. Auch Rosie ist mir, anders als Emilia, sehr positiv aufgefallen. Sie ist durch ihre Krankheit sehr eingeschränkt und könnte sich in Selbstmitleid suhlen, doch stattdessen ist sie lebensfroh, selbstbewusst und frech. Dean gegenüber ist sie sogar oft bissig, was mir richtig gut gefallen hat. Sie besitzt eine innere Stärke, von der sich manch einer eine Scheibe abschneiden könnte.

„Dean ‚Ruckus‘ Cole gehörte zu einer anderen Sorte Scheißkerl als Baron ‚Vicious‘ Spencer. Er verarschte einen mit lächelnder Miene. In dieser Hinsicht war er wie der Joker. Der Mischung aus Selbstbewusstsein, Übermut, gutem Aussehen und Reichtum haftete ein Beigeschmack von Wahnsinn an. Genug, um einen wissen zu lassen, dass er jedes Wort, das er sagte, ernst meinte. Er wanderte auf einem schmalen Grat, leichtsinnig und ohne Rücksicht auf Verluste, jederzeit bereit, die Folgen zu tragen.“

S. 63

In Dean ‚Ruckus‚ Cole habe ich mich ein bisschen verliebt. Er ist erfolgreich, attraktiv und charmant, aber auch ein Weiberheld mit einem Alkohol- und Drogenproblem. Da er jedoch allen den lockeren Spaßvogel vorspielt, der im Leben nichts ernst nimmt, werden seine Probleme nicht als solches wahrgenommen. Denn Dean verdient Millionen, arbeitet hart und kommt eben gut bei Frauen an. Was macht es da schon, wenn er sich einen Joint genehmigt und trinkt bis er umfällt? Nur Rosie scheint hinter seine Fassade zu blicken und zu erkennen, dass Dean so einige Dämonen aus der Vergangenheit quälen, die er mit seinen Lastern zu kompensieren versucht. Ihr fragt euch jetzt bestimmt, wie man sich in einen solchen Kerl verlieben kann? Ganz einfach, denn Dean ist weit mehr als seine Probleme. Er ist süß, lustig und stur. Dean kämpft für das, was er will und steht zu seinen Fehlern. Er arbeitet an sich und möchte für Rosie ein besserer Mensch sein. Wie kann man sich also nicht in ihn verlieben?
Ein großes Thema im Buch ist natürlich die Liebesgeschichte und die war der Wahnsinn! Zwischen Rosie und Dean knistert es gewaltig. Schon in den Rückblenden wird klar, dass die beiden füreinander bestimmt sind. Es war wirklich toll, die zwei auf ihrem Weg zu begleiten und zu erleben, wie sie ihre Zukunft planen. Durch Rosies Krankheit ist diese ja sehr ungewiss.
Apropos Krankheit: Mir hat es gut gefallen, dass Rosies Alltag – bestehend aus Medikamenten, Arztbesuchen, Therapien und ihrer Angst – nahtlos in die Handlung eingebaut wurde. So wirkte alles stimmig und glaubhaft.

FAZIT

Twisted Love hat mir so viel besser gefallen als sein Vorgänger. Es ist emotional, humorvoll und spannend. Rosie und Dean gehören einfach zusammen. Das Buch ist definitiv ein Jahreshighlight für mich!