Cassardim – Jenseits der goldenen Brücke [Julia Dippel]

„Wenn die Wüste fließt, Felsen schweben, Wälder wandern und der Nebel deine Erinnerungen stiehlt, dann bist du jenseits der goldenen Brücke – In Cassardim.“

INHALT

Amaia ist gerade sechzehn geworden – zum achten Mal. Warum ihre Familie so langsam altert und warum sie keinem ihrer fünf Geschwister ähnelt, möchte Amaia unbedingt herausfinden, aber ihre Eltern tun alles, um dieses Familiengeheimnis zu wahren – ständige Umzüge, strenge Regeln und Gedankenkontrolle inklusive. Amaia sieht ihre Chance gekommen, als ihre älteren Brüder eines Tages einen Gefangenen mit nach Hause bringen: den geheimnisvollen wie gefährlichen Noár, der ebenso wenig menschlich ist wie sie. Doch dann wird Amaias Familie angegriffen und plötzlich ist Noár ihre letzte Hoffnung: Er verlässt mit ihnen die Menschenwelt und bringt sie nach Cassardim, ins Reich der Toten, wo Amaia zwischen Intrigen, Armeen, lebendig gewordenen Landschaften, unwirklichen Kreaturen und mächtigen Fürstenhäusern endlich ihre Antworten findet – und ihr Herz verliert.
[Quelle: Thienemann-Esslinger Verlag]

AMAIA & NOÁR

Amaia ist eine touhge und authentische Heldin, die ich von der ersten Seite an mochte. Sie ist sehr lebendig, neugierig und liebt ihre Familie. Sie weiß, dass ihre Eltern etwas vor ihr verheimlichen und sucht intensiv nach Antworten. Dabei zeigen sich ihre Willensstärke und ihre sture Art, die sie oft in Schwierigkeiten bringen. Amaia ist Tänzerin und liebt Musik. Diese hilft ihr auch, ihren Willen zu festigen. Sie lässt sich nicht so leicht einschüchtern und wächst insbesondere dann über sich hinaus, wenn es darum geht, ihre Geschwister zu beschützen.

Noár ist ähnlich schwer zu beschreiben wie Cassardim selbst. Er ist attraktiv, willensstark und geheimnisvoll. Ihn umgeben viele Geheimnisse und er ist schwer durchschaubar. Lange Zeit weiß man nicht, ob er Freund oder Feind ist und warum er tut, was er tut. Noár kann grausam sein, was insbesondere Amaia des öfteren zu spüren bekommt. Er verfolgt seine Ziele mit einem eisernen Willen, den man nur schwer nachvollziehen kann, wenn man die Hintergründe nicht kennt. Noár ist ein sehr vielschichtiger Charakter, der sowohl skrupellos als auch herzensgut sein kann.

MEINE MEINUNG

Erstmal vorweg als kleine Warnung: Hier folgt gleich der absolute Fangirl-Moment. Ich werde es nicht schaffen, mich zurückzuhalten und das hier schön professionell zu schreiben, denn ICH. LIEBE. DIESES. BUCH!
Es hat lange gedauert, bis ich mich endlich dazu überwinden konnte, diese Rezension zu schreiben. Ich wollte die richtigen Worte finden, die Charaktere beschreiben, den Weltenaufbau erklären, die Lovestory würdigen und, und, und … Aber wisst ihr was? Das geht nicht. Ich könnte niemals in Worte fassen, was dieses Buch mit mir gemacht hat und wie sehr ich diese Welt liebe, die Julia Dippel hier erschaffen hat. Denn wie hat Noár so schön im Buch gesagt:

„Cassardim zu beschreiben, ist genauso unmöglich, wie das Sonnenlicht einzufangen oder eine Melodie in Worte zu fassen.“

S. 112

Und er hat so recht damit! Trotzdem will ich es versuchen.
Dieses Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen und mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert. Das Setting ist grandios, denn Cassardim ist als das Todenreich sowohl mystisch als auch fantasievoll. Die Autorin hat sich hier am ägyptischen Totengericht orientiert und Cassardim als ein Königreich, beherrscht von verschiedenen Völkern und regiert von einem Kaiser, erschaffen. Alle haben eine bestimmte Aufgabe im Zusammenhang mit den eintreffenden Seelen: Das Fährvolk übersetzt die Seelen zur goldenen Brücke, Waldvolk und Wüstenvolk überführen die Seelen entweder in die Silberfeste oder in die Schattenfeste, die Nebel löschen die Erinnerungen und das goldene Volk beherrscht das Totengericht. Jedes Volk wird von ihren Fürsten angeführt und jeder Bereich von Cassardim hat seine fantastischen Besonderheiten (schwebende Berge, einen Fluss aus Chaos, ein Meer aus Sand, usw.).
Julia Dippel hat hier wirklich ihre Fantasie spielen lassen, dabei aber alles so anschaulich beschrieben, dass ich diese Welt ständig vor Augen hatte. Alles wurde logisch erklärt, jeder hatte seine Aufgabe und so flog ich quasi durch das Buch.

„Wir Cassarden verlieren unser Herz nur ein einziges Mal, also überlegt Euch gut, an wen Ihr es verschenken wollt – es könnte für die Ewigkeit sein.“

S. 157

Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz im Buch. Die Spannung zwischen Amaia und Noár ist von Anfang an spürbar und obwohl er sich oft wie ein arroganter Kotzbrocken benimmt, fällt es irrsinnig schwer, diesem Kerl zu widerstehen. Es knistert und prickelt zwischen den beiden, was ihnen als Paar eine ganz besondere Dynamik verleiht, die mich zeitweise sehr an Rhysand und Feyre aus „Das Reich der sieben Höfe“ erinnert hat. Überhaupt konnte ich ein paar Parallelen zwischen Rhys und Noár erkennen. Der Umgang und der Zusammenhalt mit seinen engsten Vertrauten rief in mir sofort das Bild vom Velaris-Squad hervor.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Julia Dippel beschreibt Szenen und Orte sehr detailliert, sodass man sich alles gut vorstellen kann. Wenn ihr auf ihrer Instagram Seite oder auf der Website von Thienemann-Esslinger vorbeischaut, könnt ihr auch ihre selbstgezeichneten Bilder zum Buch sehen. Ein Blick darauf lohnt sich! Auch die tolle Karte am Anfang des Buches ist von ihr.
Wie ihr merkt, habe ich keine Kritik an diesem Buch. Mich konnten Setting, Charaktere, Schreibstil und Inhalt hundertprozentig überzeugen und ich freue mich auf den zweiten Teil (ich zähle die Tage!). Das Buch ist definitiv ein Highlightschatz und eine absolute Leseempfehlung von mir!
Wer es also noch nicht gelesen hat, sollte das ganz schnell nachholen.

3 Kommentare zu „Cassardim – Jenseits der goldenen Brücke [Julia Dippel]

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