Rezension: Elektra – Die hell Leuchtende [Jennifer Saint]

Rezensionsexemplar

Es ist inzwischen ja kein Geheimnis mehr, dass ich Nacherzählungen, Neuinterpretationen und/oder Adaptionen von Klassikern, Mythologien, Märchen oder Sagen sehr liebe. Vor allem die griechische Mythologie hat es mir seit meiner Kindheit sehr angetan und ich verschlinge bis heute fast alles, was ich darüber finden kann. Auf das neue Buch von Jennifer Saint habe ich mich nach „Ich, Ariadne“ sehr gefreut, weil ich den Schreibstil der Autorin wirklich gerne mag. Wie mir Elektra gefallen hat, könnt ihr wieder in diesem Beitrag nachlesen.
Viel Spaß!

Produktdetails: ISBN: 978-3-471-36026-2 | 368 Seiten | Ullstein Verlag | Hardcover | Stand Alone

INHALT

Sehnsüchtig wartet Elektra, Prinzessin von Mykene, auf die Rückkehr ihres Vaters Agamemnon. Nur von ihm hat sie Zuneigung erfahren. Seit er in den trojanischen Krieg zog, leidet sie unter ihrer Mutter, Klytaimnestra. Die liebte ihren Mann, bis er für sein Kriegsglück ihre älteste Tochter Iphigenie opferte. Bei seiner Rückkehr bringt Agamemnon als Beute die Priesterin Kassandra mit. Sie kann vorhersehen, welche Tragödie den Mykenern bevorsteht, aber niemand glaubt ihr. Die Schicksale der drei Frauen – Elektra, Klytaimnestra, Kassandra – sind durch die Launen der Götter und die Untaten der Männer unentrinnbar verbunden. Elektra jedoch beginnt, sich aufzulehnen und ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Auf dem Weg zur Selbstbestimmung muss sie die Götter herausfordern.

GEDANKEN ZUM BUCH

Elektra wird als feministisches Retelling beworben und genau das hat mich sehr neugierig gemacht. Denn schon in „Ich, Ariadne“ wurden bekannte Mythologien aus der Sicht der Frauen erzählt und ich war echt schockiert darüber, wie groß das Leid dieser Frauen war. Während die Männer noch Jahrtausende später für ihre Heldentaten gefeiert werden, wird den Frauen oft nur eine Randnotiz zuteil oder sie werden – wie Medusa – als Monster dargestellt. Da wir in Elektra den Trojanischen Krieg und den Fluch der Atriden miterleben, war ich extrem gespannt! Beide Geschichten und viele Beteiligte kannte ich vorher schon, doch dieses Mal begleiten wir nicht Helena, Paris und Hektor beim Fall von Troja, sondern Kassandra, Klytämnestra und Elektra. Kassandra kennt man ja bereits als Orakel, doch sowohl Klytämnestra (Helenas Zwillingsschwester) und Elektra (Tochter von Klytämnestra) dürften eher unbekannt sein. Das Buch wird aus der Sicht dieser drei Frauen erzählt und ich muss sagen: Ich war begeistert!

Mir hat das Buch wirklich extrem gut gefallen und obwohl ich echt lange daran gelesen habe, gibt es von meiner Seite aus kaum Kritik. Der Schreibstil von Jennifer Saint ist wirklich toll und sehr bildgewaltig. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und fühlte mich im Buch sofort wohl. Jennifer Saint schreibt jedoch sehr neutral, was die Charaktere angeht. Das führt dazu, dass man sich den Figuren nicht wirklich nahe fühlt und keine echte Bindung zu ihnen aufbaut. Interessanterweise stört mich das gar nicht, denn das gesamte Buch erweckt ein Gefühl des „Vorlesens“. Es ist wie damals, als mir meine Oma Märchen vorgelesen hat. Die Charaktere bleiben zwar eindimensional, aber durch die schonungslose Erzählweise, die Jennifer Saint echt gut beherrscht, fiebert man beim Lesen extrem mit und fühlt sich dadurch trotzdem emotional gepackt. Ich fand es richtig toll!

Meine einzige Kritik am Buch sind eigentlich der Titel und der Klappentext, die ein bisschen in die Irre führen. Im Buch geht es nämlich nicht nur um Elektra, sondern auch um die anderen beiden Frauen. Die Geschichten dieser drei sind fest miteinander verwoben und geben dem Mythos rund um den Trojanischen Krieg neue Gesichter.

FAZIT

Elektra – die hell Leuchtende ist eine wirklich spannende und zutiefst bewegende Neuerzählung, die unbedingt gelesen werden sollte. Das Schicksal von Elektra, Klytämnestra und Kassandra ist sowohl tragisch als auch schockierend, feministisch und emotional. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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