Rezension: Ich, Ariadne [Jennifer Saint]

Die Griechische Mythologie hat mich immer schon fasziniert. Ich liebe Geschichten über die Olympier, die Großen 12, und die Wirrungen und Intrigen, die ihre Erzählungen begleiten. Als sich der Ullstein Verlag mit mir in Verbindung gesetzt und mir angeboten hat, mir Bücher aus ihrem Verlagsprogramm auszusuchen, musste ich natürlich sofort zu zwei Nacherzählungen der Alten Griechen greifen. Eines davon war Ich, Ariadne und in diesem Beitrag könnt ihr meine Gedanken zum Buch nachlesen. Vielen Dank an den Ullstein Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

REZENSIONSEXEMPLAR

Produktdetails: ISBN: 978-3-471-36025-5 | 416 Seiten | Ullstein Verlag – List | Hardcover

INHALT

Ariadne, Tochter von König Minos und Schwester des Minotaurus, ist so ganz anders als ihre Geschwister. Aufgewachsen mit den griechischen Heldensagen, schwört sie sich, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und es nicht den Göttern zu überlassen. Jedes Jahr beobachtet sie, wie das unterworfene Athen als Tribut 14 Jugendliche nach Kreta schickt, um den Hunger des Minotaurus zu stillen. Sie lehnt sich vergeblich gegen diese Grausamkeit auf. Bis sie sich in einen der Todgeweihten verliebt. Theseus verspricht ihr, sie mit nach Athen zu nehmen, wenn sie ihm hilft, das Ungeheuer zu töten. Ariadne verrät den Zugang zum Labyrinth und schenkt Theseus einen roten Wollfaden, sodass er den Weg zurück zu ihr findet. Gemeinsam segeln sie los, doch Theseus lässt sie auf der Insel Naxos zurück. Damit beginnt Ariadnes eigene Geschichte …

GEDANKEN ZUM BUCH

Faszinierend, emanzipiert, tragisch, traurig, erschreckend und augenöffnend.
Das wären nur ein paar der Schlagworte, die mir zu diesem Buch einfallen. Ich, Ariadne erzählt den Mythos des Minotaurus und die Heldentaten des Theseus aus der Perspektive von Ariadne und damit aus der Perspektive von vielen Frauen, die unter den „Heldentaten“ der Männer des Alten Griechenlands leiden mussten. Ariadne lernte schon sehr früh, dass besonders die Frauen für die Taten der Männer büßen mussten und bezeugte bereits als Kind große Anteilnahme an Medusa und anderen „Monstern“, die von ebendiesen Männern heldenhaft bezwungen wurden. Ich kannte und liebte diese Geschichten, hatte aber bis zu diesem Buch nicht begriffen, wie tragisch sie tatsächlich sind. Es hat mir die Augen geöffnet und mein Herz brach für diese Frauen, die so viel Leid ertragen mussten nur um dann als Monster in diversen Heldenepen dargestellt zu werden.
Ariadne ist ein wirklich starker, aber etwas passiver Charakter. Sie denkt sehr feministisch und ist ihrer Zeit weit voraus, handelt aber leider nur selten danach. Ihr Art, vieles in Frage zu stellen und zu kritisieren, mochte ich wirklich gerne, aber ich hätte mir etwas mehr Aktivität von ihr gewünscht. Die Geschichte selbst wird toll erzählt. Jennifer Saint hat einen sehr angenehmen und etwas zurückhaltenden Schreibstil. Ich bin immer wieder auf das Hörbuch ausgewichen, weil ich beim Lesen eine gewisse Distanz zu den Charakteren gespürt habe, die das Hörbuch – und vor allem die Sprecherin – ausgleichen konnten. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und nach einigen Kapiteln war ich absolut im Leseflow. Ich bin sehr gespannt auf „Elektra„, das neue Buch von Jennifer Saint!

FAZIT

Ich, Ariadne erzählt den Mythos der kretischen Prinzessin in moderner, feministischer Weise und zeigt, dass jede Geschichte völlig neu erzählt werden kann, wenn man die Perspektive ändert. Ich war fasziniert von den Schrecken, spürte Trauer für die vielen Frauen und freute mich über jede geforderte Gerechtigkeit, die ihnen gewährt wurde. Von mir gibt es definitiv eine Leseempfehlung!

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