Rezension: The Poison Daughter [Sheila Masterson]

REZENSIONSEXEMPLAR

The Poison Daughter ist wieder eines jener Bücher, die im englischsprachigen Raum extrem gehypt wurden und wo man bei uns eher gemischte Meinungen darüber hört. Ich fand den Klappentext wahnsinnig spannend und wollte unbedingt mal wieder einen Einzelband lesen, anstatt mich wieder auf eine Reihe einzulassen.

Ob mich das Buch überzeugen konnte?
Das verrate ich euch in diesem Beitrag.

Viel Spaß!

Produktdetails: ISBN: 9783328605454 | 896 Seiten | Penguin Verlag | Hardcover

INHALT

Harlow Carrenwell trägt Gift auf ihren Lippen , und jeder Mann, den sie küsst, sinkt tot zu Boden. Ihr erster Ehemann liegt längst unter der Erde, ihr neuer Verlobter soll bald folgen. Und heimlich kämpft sie nachts gegen alle, die sich an Schutzlosen vergreifen . Als jedoch ein Feind ihren Kuss überlebt, gerät ihre Welt ins Wanken – denn der Unverwundbare ist ausgerechnet ihr Verlobter Henry Havenwood . Anstatt sie zu verraten, nimmt er sie mit in seine Festung. Denn auch er hat seinen eigenen Plan …

GEDANKEN ZUM BUCH

Ich hätte es so gerne geliebt …

Die Geschichte startet echt vielversprechend, mit einer interessanten Welt und einem noch interessanteren Magiesystem. Es ist anfangs ein bisschen überwältigend, weil man die unterschiedlichen Kräfte erstmal den Göttern zuordnen muss, aber ich fand es unglaublich faszinierend. Auch Harlow fand ich sofort toll. Sie ist für mich der Inbegriff von „Female Rage“, mit einer Geschichte, die ihre Wut und ihre Intentionen absolut nachvollziehbar und greifbar macht.

Ihre Familie? Spannend, aber hier wurde für mich einiges an Potenzial verschwendet. Viele der Geschwister dienten einfach als Randfiguren und waren eigentlich nutzlos für die Handlung. Wichtig für die Geschichte, aber gesichtslos im Plot.

Henry? Fand ich toll!
Er ist mysteriös, düster und mehr als morally grey. Seine Geschichte fand ich gut und glaubhaft ausgearbeitet. Man versteht, woher sein Hass auf Harlows Familie kommt und dadurch wird die Annäherung der beiden einfach noch besser.

Harlow und Henry zusammen? Für mich endlich mal eine glaubhafte Enemies-to-Lovers Geschichte, wo die Protagonisten nicht bereits nach zwei Kapiteln „Lovers“ werden. Ich fand die Tension zwischen den beiden toll!

Das alles sind eigentlich gute Voraussetzungen für eine richtig tolle Geschichte, aber leider …

… war das für mich nicht der Fall.

Die Handlung war träge, zog sich teilweise wie Kaugummi und kam stellenweise keinen Millimeter voran. Bei 800 Seiten kann das schon echt mühselig werden…

Es gab zwar immer wieder kleine Informationsbrocken und einige Plot Twists, die ich auch echt gut fand, aber dann wurden diese Brocken so langsam verarbeitet und/oder zusammengesetzt, dass wieder 2-3 Kapitel vergingen, ohne dass die Handlung vorangekommen ist. Das war mir irgendwann einfach zu viel.

Und dann war da die Sache mit dem Spice…
Den fand ich … nicht gut?

Ich habe die Tension und den Banter zwischen Harlow und Henry geliebt, aber der Spice war einfach nur cringe.
Hot, aber cringe.

Es geht viel um Unterwerfung, um Schmerz und ums Jagen bzw. in Besitz nehmen. Das kann wirklich gut sein, wenn man das mag. Ich persönlich mag es nicht und fand vor allem die Szenen mit Zuschauern echt cringe.

Was mich aber am meisten – und vor allem direkt am Anfang – gestört hat, war die deutsche Übersetzung. Keine Ahnung, wer das genehmigt hat, aber diese Übersetzung war schrecklich. Sorry, ich weiß, da steckt viel Arbeit dahinter und ich will niemanden seinen Job schlecht machen, aber das ging für mich einfach gar nicht.

Ich musste noch während dem ersten Kapitel zum englischen E-Book wechseln, weil ich die Tonalität auf deutsch so extrem hölzern und übertrieben „adelig“ fand. Es war zu gewollt, zu ungeschickt und … Naja, einfach nicht gut.

Echt schade. Das Buch hatte für mich viel Potenzial. Aber für 800 Seiten war mir das Ganze leider zu zäh und der Spice nicht mein Geschmack.

FAZIT

The Poison Daughter konnte mich leider nicht überzeugen. Obwohl ich die Geschichte selbst, die Welt, die Magie und die beiden Hauptprotagonisten echt spannend fand, zog sich die Handlung leider extrem. Es wurde einiges an Potenzial nicht genutzt und der Spice war gar nicht nach meinem Geschmack. Wäre das Buch eine Dilogie gewesen und hätte man das Tempo etwas erhöht, hätte das Buch für mich ein kleines Highlight werden können – abgesehen vom Spice, aber der ist halt einfach Geschmacksache und kann ja übersprungen werden.

Echt schade, aber das war leider nicht mein Buch.

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