Die Leipziger Buchmesse 2023 war meine allererste Buchmesse überhaupt und ich bin so dankbar für die Erfahrungen, die ich dort machen durfte! Da es aber meine erste Messe war, hatte ich keinerlei Vorwissen oder irgendeine Art von Plan, wie ich diese Tage am besten angehen sollte. Ich habe viele Fehler gemacht, einiges schlecht organisiert und nicht annähernd das aus den Tagen herausgeholt, was ich hätte herausholen können. Deshalb will ich diesen Rückblick schreiben, meine Erfahrungen festhalten und einige Tipps für die kommende Messe 2024 geben. Du bist interessiert? Dann ist dieser Beitrag für dich. Viel Spaß beim Lesen!

Was sollte ich vor der Messe wissen? Tickets, Anreise und Co.
Wenn du wie ich als Blogger oder Bloggerin zur Messe willst, dann solltest du auf jeden Fall versuchen eine PRESSE-AKKREDITIERUNG zu beantragen. Das geht entweder über das Onlineformular oder direkt vor Ort im Medienzentrum. Es gibt ein paar Richtlinien, die du dafür erfüllen musst, die ich dir hier mal kurz aufliste:
– Es muss natürlich ein Themenbezug vorhanden sein
– Dein Blog/Instagram/TikTok muss mindestens 1 Jahr bestehen
– Du musst mindestens 12 Beiträge im Jahr veröffentlicht haben
– Der letzte Beitrag darf nicht älter als 1 Monat sein
– Du brauchst ein gültiges Impressum
Das sind die wichtigsten Richtlinien, die du berücksichtigen musst, um eine Akkreditierung zu erhalten. Es gibt noch ein paar mehr, die anfallen, wenn du deinen Blog/Instagram/TikTok mit mehreren Personen zusammen führst. Die kannst du aber auf der offiziellen Seite, die ich oben verlinkt habe, nachlesen.
Wenn du dich nicht akkreditieren möchtest und als Privatperson zur Messe willst, dann kannst du die Tickets einfach über die offizielle Seite der Buchmesse kaufen. Es gibt verschiedene Arten und Ermäßigungsmöglichkeiten. Achte deshalb einfach darauf, was für dich in Frage kommt.
Sobald die Sache mit Akkreditierung und/oder Ticket geklärt ist, solltest du dir Gedanken um ein Hotel machen (wenn du nicht aus der Gegend bist). Kleiner Tipp: Buche früh genug! Die Zimmerpreise zu Messezeiten könnten dich sonst eine Niere kosten, wenn du zu spät dran bist. Wenn du die Möglichkeit hast, dann buche ein Zimmer für mehrere Personen, sodass ihr die Kosten teilen könnt. Ich und meine beste Freundin haben direkt auf der Heimfahrt von der LBM 2023 das Zimmer für 2024 gebucht und trotzdem war der Preis astronomisch hoch. Unser Hotel ist sehr zentral, in der Nähe vom Bahnhof, was uns wichtig war, da wir beide nicht den besten Orientierungssinn haben und auch die Möglichkeit wollten, bequem ins Zentrum zu kommen. Wir waren echt zufrieden mit dem Hotel. Es hatte alles, was wir brauchten und die Straßenbahn fuhr fast direkt vor der Tür zum Messegelände. Und da komme ich auch schon zum nächsten Punkt: Die Anreise zur Messe.
Ich bin aus Österreich und die Anreise war der Punkt, der mir die heftigsten Bauchschmerzen verursacht hat. Die Zugfahrt von Kärnten nach Leipzig dauerte 10 Stunden, was für mich und meine Reisekrankheit eine ganz neue Art der Herausforderung war. Ich sag es ehrlich: Es war brutal! Aber mit viel Lesestoff und einer besten Freundin im Gepäck war auch diese Hürde zu meistern. Solltest du mit dem Auto kommen, dann hast du mit einer Akkreditierung die Möglichkeit auf ein kostenloses Parkticket. Ansonsten fahren die Öffis direkt zum Messegelände. Rechne hier aber mit sehr vielen Menschen! Wir wurden teilweise wie Sardinen in die Bahn gequetscht, was alles andere als komfortabel war…
Wir sind übrigens am Mittwoch angereist, was ich jedem empfehlen kann.
Die Messe, meine Erfahrungen und was ich gerne vorher gewusst hätte
Wie gesagt, habe ich einige Fehler gemacht und teilweise echt schlecht organisiert. Angefangen damit, dass ich nicht begriffen habe, dass ich mit einer Akkreditierung einen eigenen Eingang nutzen und mir die Besuchermassen am Haupteingang hätte sparen können… Ja… so blöd kann man sein. Wir waren so aufgeregt am ersten Tag, dass wir die Sache mit dem separaten Presseeingang irgendwie übersehen haben. Hier also nochmal ganz deutlich: mit Akkreditierung kannst du über den Presseeingang hinein! Dort gibt es auch eine Garderobe und ein Café. Sei also schlauer als ich und nutze das!
Die Messe selbst ist laut und voller Menschen. Ich wusste das, habe das Gewusel aber trotzdem total unterschätzt. Bereits der Donnerstag war gut besucht, aber man kam noch leicht durch die Gänge und konnte die Stände sehen. Dieser Tag eignet sich also gut für einen Überblick, zum Shoppen und dafür, neue Leute kennenzulernen. Freitag war es dann schon schwieriger, durch die Gänge zu kommen und wenn man ein bestimmtes Buch kaufen wollte, brauchte man echt Glück (vor allem, wenn es ein Lyx Buch oder eine Special Edition war). Lesungen und Signierstunden gab es viele, aber aufgrund der Massen stand man teilweise auch echt lange an. Geduld ist hier das Schlüsselwort! Ihr könnt das Anstehen aber auch dafür nutzen, neue Kontakte zu knüpfen. Ich fand das echt toll und habe dadurch ein paar wirklich nette Menschen kennengelernt.
Samstag… Ja… Der Samstag war wild. Keine Chance für Buchshopping, noch weniger Chancen für das Kennenlernen von AutorInnen. Man kommt kaum durch die Gänge, weiß nie ob es gerade staut oder ob man versehentlich in der WC-Schlange steht (ist mir tatsächlich passiert!) oder ob man jeweils wieder aus der Halle hinauskommt. Mir hat der Samstag keinen Spaß gemacht und wäre das Bloggertreffen am Nachmittag nicht gewesen, wäre ich wahrscheinlich ins Hotel geflüchtet. Der Tag war definitiv eine Erfahrung, aber keine, die ich für Menschen mit Platzangst empfehlen kann.
Sonntag war für uns Abreisetag, weshalb wir nicht mehr zur Messe gefahren sind. Direkt nach dem Frühstück ging es für uns zum Bahnhof und mit ein paar Komplikationen und Umwege nach Hause. Statt 10 Stunden brauchten wir tatsächlich 12 Stunden, aber wir kamen gut an und planten direkt die nächste Messe.
Tipps für die Messe
Mein wichtigster Tipp: achte auf dich!
Kenne deine persönlichen Grenzen, mach Pausen und zwinge dich zu nichts. Hab immer genug zu trinken dabei, vergiss nicht zu essen und geh an die frische Luft! Es kann in den Hallen echt stickig und heiß werden, deshalb nutze die Innenhöfe oder geh vor die Tür. Such dir Rückzugsorte, an denen du Durchatmen und etwas zur Ruhe kommen kannst.
Wenn du wie ich schnell überreizt bist, dann nimm Ohrenstöpsel mit. Hier kann ich dir die Loop Earplugs sehr empfehlen! (Keine Werbung, nur persönliche Überzeugung). Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, sodass für jedes Bedürfnis etwas dabei ist. Beim Engage Modell werden Geräusche gefiltert, wodurch man sich trotzdem noch unterhalten kann. Du hörst alles, kannst dich aber besser konzentrieren und bist nicht so schnell überreizt. Mich haben die echt gerettet!
Such dir die wichtigsten Termine und Treffen vorher zusammen! Über die offizielle Website, aber auch über Instagram kannst du bereits vor der Messe erfahren, welcher Autor, wann, wo und wie lange anzutreffen ist. Signierstunden, Lesungen, Bloggertreffen und andere Veranstaltungen werden eigentlich immer angekündigt. Schau einfach auf den Profilen der Autoren und Verlage nach und erkundige dich, ob es Voraussetzungen gibt, die du beachten musst. Vor allem am Samstag kann es nämlich sein, dass du dir vor einer Signierstunde ein Ticket organisieren musst! Ohne Ticket stehst du umsonst in der Schlange.
Nutze auf jeden Fall auch die Angebote der Manga Comic Messe. Ich selbst war etwas überfordert mit allem und habe dem Manga Bereich viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das will ich 2024 auf jeden Fall besser machen. In Halle 3 findest du unglaublich viel Merchandise, Kunst, Essen und Bücher aus dem Manga und Animebereich. Meine beste Freundin ist Mangabloggerin und auf ihrem Blog Kimikos Mangawelt findest du ein paar ihrer persönlichen Eindrücke zur Messe.
Schlussworte und Vorfreude auf die LBM 2024
Dieser Beitrag ist viel länger geworden als geplant, deshalb werde ich mich jetzt kurz fassen. Die LBM 2023 war toll! Laut, überfüllt, reizüberflutend und überwältigend, aber so toll! Ich habe so viele Menschen kennengelernt, durfte Lesungen und Signierstunden besuchen, habe meine BloggerkollegInnen persönlich getroffen und aus Onlinefreundschaften endlich „richtige“ Freundschaften gemacht. Ich habe Fehler gemacht, aber auch so viel gelernt! Ich bin wirklich froh, ein Teil dieser Bubble zu sein und freue mich auf weitere tolle Erfahrungen 2024!
Vielleicht sehen wir uns ja dort!
