Rezension: Metal Slinger – Dunkle Verheißung [Rachel Schneider]

REZENSIONSEXEMPLAR

Auf Metal Slinger war ich extrem gespannt! Schon seit den ersten Rezensionen aus dem englischsprachigen Raum, stand dieses Buch auf meiner Wunschliste und ich war wirklich gespannt darauf, selbst zu erfahren, ob die Geschichte den vielen positiven Meinungen gerecht werden kann. Wie es mir gefallen hat, könnt ihr wie immer in diesem Beitrag erfahren. Viel Spaß!

Produktdetails: ISBN: 978-3-453-27568-3 | 512 Seiten | Heyne Verlag | Hardcover | Band 1

INHALT

Es sollte der schönste Tag ihres Lebens werden, als die junge Wächterin Brynn zum ersten Mal mit ihrer Kohorte den Markt auf dem Festland besuchen darf. Denn seit die verfeindeten Kenta die Alaha aufs offene Meer verbannten, dürfen diese den Markt nur selten besuchen, um den brüchigen Frieden zu wahren. Als Brynn sich mit dem geheimnisvollen Kenta-Soldaten Acker anlegt, ahnt sie nicht, dass sie ebendiesen Frieden aufs Spiel gesetzt hat. Die Ereignisse überschlagen sich und Brynn und ihre Freunde müssen fliehen. Was Brynn ebenfalls nicht ahnt: Acker verfolgt sie über den Ozean bis nach Alaha. Und plötzlich steht alles, woran Brynn je geglaubt hat, auf dem Spiel – ihre Welt, ihre Vergangenheit und ihr Herz …

GEDANKEN ZUM BUCH

Den Anfang der Geschichte fand ich sehr vielversprechend. Die Vorstellung eines Volkes, das man aufgrund der Taten der Vorahnen aufs Meer verbannt und den Konflikt dahinter, fand ich sehr spannend. Ich mag es, wenn sich spätere Generationen fragen „Warum müssen wir das ausbaden, was unsere Ahnen verbrochen haben?“ und wenn dann die Frage nach dem wahren Schuldigen Thema wird, finde ich es noch besser! Bei Metal Slinger wurde aber leider nicht viel von diesem Potenzial genutzt. Der Konflikt wird zwar erwähnt, aber nie so richtig Thema. Mir fehlte auch ein aussagekräftiges Worldbuilding, vor allem bei der Stadt aus Bäumen mitten im Ozean. Hier wurde sehr viel Potenzial verschenkt.

Auch bei den Charakteren wurde das Potenzial nicht genutzt. Sie blieben alle eher oberflächlich und ihre Handlungen waren oft einfach nicht nachvollziehbar. Brynn hatte für mich so viel Potenzial, sich richtig toll zu entwickeln, Acker hatte durch seine offenen Gefühle für sie avie l Potenzial zu einer echten Green Flag zu werden und Messer mit seiner traumatischen Vergangenheit hatte sowieso das größte Potenzial von allen. Leider wurde es bei keinem genutzt.

Mein größtes Problem war aber dieser Plot Twist am Ende… Der hat für mich absolut keinen Sinn ergeben und fühlte sich für mich wie ein missglückter Versuch der Autorin an, die Aufmerksamkeit der Leser:innen für Band 2 aufrechtzuerhalten. Es tut mir wirklich leid, das sagen zu müssen, aber ein Plot Twist ist nicht automatisch gut, nur weil er aus dem Nichts kommt. Ein guter Plot Twist gibt eine neue Perspektive auf die Geschichte und schafft entweder einen Aha- oder einen Wow-Moment. Er zerreißt nicht die bereits vorhandene Geschichte oder den Kern der Charaktere, die man 500 Seiten lang kennengelernt hat.

Es ergab halt auch einfach erzählerisch überhaupt keinen Sinn. Es wurden weder Andeutungen gemacht noch Hinweise gesetzt, um diesen Twist nachträglich auch nur im Entferntesten logisch zu machen. Ich bin generell kein Fan von dieser Art Twist, aber ich kann es zumindest stilistisch wertschätzen, wenn ein Autor oder eine Autorin uns Leser:innen auf eine falsche Fährte setzt. Aber halt auch nur, wenn es Sinn macht. Hier hat es sich wie eine Korrektur der Handlung angefühlt und wie 500 Seiten Zeitverschwendung.

Brynns Gabe kam mir auch viel zu kurz. Obwohl ständig davon gesprochen wurde, wie gefährlich sie doch sei und wie mächtig ihre Gabe ist, wurde das kaum in der Praxis umgesetzt. Ich weiß nicht, ob es aufgrund des Plot Twists Absicht war, sie klein zu halten, um sie dann in Band 2 noch mächtiger aufsteigen zu lassen oder ob es ihr eigener Plan war, sich klein zu halten, aber ich fand es schade, dass man fast nichts von ihren Fähigkeiten gesehen hat.

Außerdem muss ich sagen, dass die deutsche Übersetzung grauenhaft war… Es gab so viele ungeschickte Übersetzungsfehler, dass sogar der Kontext der Geschichte darunter gelitten hat. Das darf meiner Meinung nach nicht passieren!

FAZIT

Metal Slinger bekommt von mir leider keine Empfehlung. Das Buch wurde schlecht übersetzt, der Schreibstil war sehr banal (dafür aber leicht lesbar), die Charaktere blieben blass und der Plot Twist am Ende war einfach schrecklich, weil er überhaupt keinen Sinn ergeben hat. Mich hat das Ende zwar neugierig auf Band 2 gemacht, weil die Handlung dann wohl einige Jahre später weitergeht, aber ich glaube nicht, dass ich die Fortsetzung lesen werde. Vielleicht auf im englischen Original, aber wahrscheinlich erspare ich mir das auch.

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