REZENSIONSEXEMPLAR
House of Marionne stand sehr lange auf meiner englischen Wunschliste. Als ich dann aber gesehen habe, dass der Lyx Verlag die Reihe übersetzen wird, habe ich mich dafür entschieden, auf die deutsche Ausgabe zu warten. Optisch ist das Buch ein Traum und der Klappentext hatte mich ja bereits in englisch neugierig gemacht. Wie mir das Buch gefallen hat, das verrate ich euch wieder in diesem Beitrag. Vielen Dank an dieser Stelle an den Lyx Verlag und die Bloggerjury für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!
Produktdetails: ISBN: 978-3-7363-2341-4 | 560 Seiten | Lyx Verlag | Hardcover | Band 1
INHALT
Quell Marionne wurde mit einer verbotenen dunklen Magie geboren. Ständig auf der Flucht fällt ihr nur noch ein Ort ein, an den sie sich retten kann: das luxuriöse Internat House of Marionne. Unter der Leitung ihrer Großmutter werden dort Schüler:innen mit magischen Fähigkeiten ausgebildet, um nach dem Abschluss einer elitären Vereinigung beizutreten. Quell hofft, mehr über ihre Kräfte zu erfahren und sie vor der Welt verbergen zu können. Auch vor Jordan Wexton, dem attraktiven und talentierten Mündel ihrer Großmutter, der zu ihrem Tutor ernannt wird. Denn auch wenn beide sich dagegen zu wehren versuchen, bei jeder Begegnung knistert es stärker zwischen ihnen – obwohl nicht nur Quell ein tödliches Geheimnis hütet …
GEDANKEN ZUM BUCH
Der Einstieg in die Geschichte verlief sehr rasant und spannend. Man wird direkt ins Geschehen geworfen und lernt zusammen mit Quell immer wieder neues über die Magie und die Welt, vor der sie sich den Großteil ihres Lebens versteckt hat. Ich fand vor allem das Magiesystem sehr spannend und habe bisher noch nichts Vergleichbares gelesen. Allein deshalb fand ich den Einstieg in die Geschichte wirklich cool!
Meine Euphorie ebbte aber nach dem ersten Drittel ziemlich ab. Denn anstatt die Welt, die Magie und vor allem Quells dunkle Seite besser kennenzulernen, wird man mit Etikette, zähen Unterrichtsstunden und ewigen Dialogen, die gefühlt ins Nichts verlaufen, vertröstet. Quell fand ich zwar echt cool, aber sie war auch ziemlich naiv und dadurch etwas anstrengend. Die Liebesgeschichte mit Jordan mochte ich aber sehr, denn sie kam nur langsam in die Gänge und wirkte dadurch authentisch. Trotzdem fand ich beide Charaktere etwas zu blass und oberflächlich und hätte mir mehr Tiefe gewünscht.
Das Setting hat viele Dark Academia Vibes, die zwar mehr Academy als Dark sind, aber trotzdem für Stimmung sorgen. Es gibt viele Geheimnisse, die man lüften und Personen, die man durchschauen möchte. Dabei hat die Autorin meiner Meinung nach aber leider sehr viel Potenzial verschenkt, sowohl im Bezug auf die Handlung als auch in der Auslegung der Charaktere. Sie hält sehr viele Informationen zurück, um Spannung aufzubauen, schafft damit aber Längen, die ebendiese Spannung wieder zunichte machen. Mir war der Großteil der Geschichte etwas zu vage und ich konnte den roten Faden nicht sehen. Zumindest bis zum letzten Drittel.
Im letzten Drittel wurde nämlich nochmal ordentlich Spannung aufgebaut und ein Plottwist folgte dem nächsten. Ich habe einiges echt nicht kommen sehen und saß am Ende mit offenem Mund vor dem Buch. Vor allem das Ende hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen, weil auf einmal der rote Faden zu sehen war. Vieles machte plötzlich so viel mehr Sinn und Dinge, die ich als sinnlose Längen empfand, waren auf einmal wichtig. Mich so sprachlos zu machen, schafft selten ein Buch.
Das war auf jeden Fall ein ziemlich interessantes Leseerlebnis!
FAZIT
House of Marionne lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Die Atmosphäre im Buch, die vielen Geheimnisse und die süße Lovestory haben mir wirklich gut gefallen und schaffen eine solide Dark Academia Stimmung. Leider hat die Autorin sehr viel Potenzial verschenkt, was die Handlung und die Gestaltung der Charaktere betrifft. Der rote Faden wird erst am Ende sichtbar – zwar mit einem Knall, den ich wirklich genial fand, der aber tatsächlich bis zum letzten Kapitel braucht, um gezündet zu werden. Obwohl ich vor allem das Ende echt spannend fand, reicht es für mich nicht ganz, um den etwas zähen Rest auszugleichen. Ich werde auf jeden Fall noch Band 2 lesen und hoffe, dass dort dann einiges nachgeholt und das Potenzial ausgeschöpft wird.
3,5 STERNE